Fünf Jahre Missbrauchs-Skandal Der Verantwortung gestellt

20.02.2015

Die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch von Minderjährigen durch Priester ist von hohen und höchsten Amtsträgern der Kirche, darunter Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus, unmissverständlich eingefordert worden. Indem sich die Kirche ihrer Verantwortung stellt, geschieht ein erster wichtiger Schritt zur Prävention von künftigem Missbrauch. Darüber hinaus sind die Bischofskonferenzen weltweit zum Verfassen von „Leitlinien zum Umgang mit Missbrauch“ aufgefordert worden.

Jesuitenpater Professor Hans Zollner (Bild: privat)

In diesen Leitlinien soll auch dargelegt werden, was in den einzelnen Ländern getan wird, um Missbrauch zu verhindern. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Präventionsprogramme entwickelt. Diese Programme zeigen, dass die Schulung von Minderjährigen allein nicht ausreicht, um sexuellen Missbrauch zu verhindern. Tatsächlich wirksame Prävention bedeutet nicht nur, das Verüben einer Sexualstraftat zu vermeiden, sondern vor allem auch ein breite gesellschaftliche Information und entsprechendes Handeln zu befördern.

Das „Zentrum für Kinderschutz“ (Centre for Child Protection), das mit großzügiger Unterstützung der Erzdiözese München und Freising an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom eingerichtet wurde, stellt sich ganz in den Dienst dieser Aufgabe. Wir wollen Prävention besonders in den Ländern unterstützen, wo bisher wenig dafür getan wurde.

Die Botschaft vom Gott Jesu Christi ist die Quelle und die Kraft für eine kontinuierliche Reinigung und Besinnung auf den Kern des Evangeliums. Denn Gott liebt besonders die Kleinen, Schwachen und Kranken: „Lasst die Kinder zu mir kommen…! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.“ Dies allein sollte Christen und besonders die Amtsträger der Kirche dazu anspornen, alles in ihrer Macht Stehende dafür zu tun, dass sexueller Missbrauch und andere Arten von Missbrauch soweit als nur irgendwie möglich verhindert werden. Dazu kann jeder etwas beitragen

Jesuitenpater Hans Zollner ist Präsident des Zentrums für Kinderschutz und des Instituts für Psychologie der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.


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