Gründung der Fotoagentur Kiderle Der "vor der Sakristei stand"

22.03.2017

Robert Kiderle hat Kardinal Joseph Ratzinger nicht nur viele Male fotografiert. Auch für den beruflichen Werdegang des Fotografen spielte der emeritierte Papst eine ganz besondere Rolle. Wie Benedikt XVI. die Gründung der Fotoagentur Kiderle beeinflusst hat, finden Sie hier.

Robert Kiderle mit seinem Arbeitsgerät © Kiderle

"Als Kardinal Ratzinger im Jahr 2002 zu seinem 75. Geburtstag in München einen Gottesdienst feierte, war ich voller Ehrfurcht dabei. Ich war von seinen Worten sehr ergriffen. Nach dem Gottesdienst traf ich auf einen sehr demütigen Glaubenshüter, der von Menschen umringt war. Er nahm mich wahr, schaute mir lächelnd in die Kamera. So lernte ich in einem kurzen persönlichen Gespräch einen liebenswürdigen Menschen kennen.“ Die Begeisterung für den späteren Papst Benedikt XVI. hat Robert Kiderle seitdem nicht mehr losgelassen. „Mit der Zeit habe ich dann viele Fotografen kennengelernt, die Kardinal Ratzinger fotografiert hatten. Immer wieder habe ich auch Fotos zugekauft.“ So ist eine große private Sammlung mit nunmehr 60.000 – zum Teil signierten – Einzelstücken entstanden.

„Die Fotografie war schon als kleiner Junge eine große Leidenschaft von mir“, erinnert sich Kiderle. Anfangs noch als Hobby mit der Polaroid-Kamera auf Familienfesten, hat der gelernte Mediengestalter das Fotografieren schließlich zu seinem Beruf gemacht. Bereits seit der Erstkommunion, als der Pfarrer im Religionsunterricht von diesem „Mann im weißen Gewand“ erzählt, fasziniert den Fotografen das Amt und die Person des Papstes. Sie beeinflussen sein weiteres Berufsleben maßgeblich.

Papst aus Bayern Initialzündung

Im April 2005, kurz nach der Wahl Joseph Ratzingers zu Papst Benedikt XVI., gründet Kiderle schließlich seine eigene Foto-Agentur. Schon davor hat der gebürtige Erdinger mit diesem Gedanken gespielt. Die Wahl des Papstes aus Bayern ist dann die Initialzündung. Als Benedikt XVI. im September 2006 Bayern besucht, ist Kiderle mit dabei: „Ich bin an den wichtigsten Stationen vor Ort gewesen“, erzählt er. 2007 traf er Benedikt XVI. bei dessen Besuch in Österreich erneut: „Der Papst erinnerte sich bei einer persönlichen Begegnung an mich als denjenigen, der in München immer vor der Sakristei stand. Er ermunterte mich für den Dienst der Kirche.“

Robert Kiderle ist heute freier Mitarbeiter beim Sankt Michaelsbund und jede Woche auf vielen Terminen im Erzbistum unterwegs. Die Leser der Münchner Kirchenzeitung kennen und schätzen seine Motive. Darüber hinaus fotografiert er auch für das Erzbischöfliche Ordinariat und die bayerischen Bistümer. Aber auch bei Erstkommunionfeiern, Firmungen, Hochzeiten oder Taufen ist Robert Kiderle im Einsatz. Ein Team mit zehn Agentur-Kollegen unterstützt ihn dabei tatkräftig: „Wir helfen uns gegenseitig.“

Das Fotografieren macht ihm bis heute „unendlich viel Freude“, weshalb er froh sei, „vor zwölf Jahren diesen Sprung ins kalte Wasser gewagt zu haben“. Und über allem stehen dabei noch immer die Begegnungen und Gespräche mit dem emeritierten Papst. (Matthias Chrobok/Katharina Zöpfl)


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