Zum Johannistag am 24. Juni Der Vorläufer Jesu

23.06.2017

Am 24. Juni ist der Gedenktag Johannes’ des Täufers. Wie dieses Hochfest im Mittelalter gefeiert wurde und welche Bräuche sich bis heute damit verbinden, erläutert Anneliese Kunz-Danhauser.

Das Johannisfeuer ist seit dem zwölften Jahrhundert bezeugt © Fotolia/Stephan Baur

Am Johannistag feiert die Kirche das Hochfest der Geburt Johannes’ des Täufers. Der 24. Juni als Datum orientiert sich an der Geburtserzählung im Lukasevangelium, in der sechs Monate vor Jesu Geburt Johannes, der Sohn des Zacharias und der Elisabeth, zur Welt kommt. Als Folge der zur Wintersonnwende angesetzten Geburt Jesu fällt der Geburtstermin des Johannes somit auf die Sommersonnenwende.

Symbolisch deutete Augustinus im vierten Jahrhundert die ab diesem Tag abnehmende Sonne von Johannes 3,30. Dort spricht Johannes der Täufer: „Er (Jesus) muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ Im Mittelalter wurde das Fest zu einer Sommerweihnacht ausgestaltet mit zusätzlicher Messe um Mitternacht. Beachtenswert ist, dass beim Täufer das Geburtsfest und nicht der Todestag wie bei allen anderen Heiligen mit Ausnahme von Jesus und Maria gefeiert wird. Die christlichen Zeugnisse weisen unverkennbar die Tendenz auf, Johannes den Täufer zum Vorläufer Jesu zu stilisieren.

Anneliese Kunz-Danhauser ist Theologische Referentin im Bildungswerk Rosenheim © Bildungswerk Rosenheim

Johannes wird auch im Koran wertgeschätzt

Die starke biblische Bezeugung begründet die frühe Verehrung in der Ost- und Westkirche. Viele Taufkirchen und -kapellen wurden auf den Täufer geweiht. Sogar im Koran erfährt Johannes (Yahya) in Sure 3 und Sure 19 große Wertschätzung.

Zahlreiche zum Teil sehr alte naturkultische Bräuche aus dem Kontext der sommerlichen Sonnenwende hat der Johannistag an sich gezogen. Das Johannisfeuer, seit dem zwölften Jahrhundert bezeugt, breitete sich als Brauch über ganz Europa aus. Das vorchristliche Sonnwendfeuer deuteten Missionare mit Johannes 5,35 auf den Täufer: „Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet …“ Das Johannesbad, ein Bad oder Waschungen in einem fließenden Wasser in der Nacht auf den 24. Juni, ist früh bezeugt. Zum Beispiel wuschen Frauen ihre Hände im Rhein bei Köln in dem Glauben, alles Übel werde weggeschwemmt. Die Wasserbräuche führte man auf das Gedenken an die Taufe Jesu durch Johannes im Jordan zurück. (Anneliese Kunz-Danhauser)


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