Aktion gegen Missbrauch Deshalb richten Frauen Lampen auf Kirchentüren

13.12.2018

Mit Taschenlampen wurde die Kirche Sankt Georg Schloßberg in Stephanskirchen angestrahlt. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland hat zur Lichter-Aktion aufgerufen. Das steckt dahinter.

Frauen richten Taschenlampen auf die Kirchentür der Kirche St. Georg Schloßberg in Stephanskirchen.
Frauen richten Taschenlampen auf die Kirchentür der Kirche St. Georg Schloßberg in Stephanskirchen. © Schlecker

Stephanskirchen – Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) fordert mit einer bundesweiten Lichter-Aktion die Aufklärung von Missbrauchsfällen innerhalb der katholischen Kirche. Kfd-Mitglieder waren unter dem Motto #MachtLichtAn an diesem Mittwoch zu einer bundesweiten Klageandacht mit Gebet aufgerufen.

Während der Aktion wurden Taschenlampen auf Kirchentüren gerichtet, um "Klarheit in die Dunkelheit jahrzehntelangen Macht-Missbrauchs zu bringen", heißt es auf der Internetseite der kfd. Die Aktion soll demnach Solidarität mit den Opfern und persönliche Betroffenheit zum Ausdruck bringen. Astrid Handke, kfd-Dekanatsleiterin Rosenheim, hat die Aktion vor der Kirche St. Georg Schloßberg in Stephanskirchen organisiert. „Wir dürfen nicht länger wegschauen, müssen die Forderungen der kfd auf eine breite Basis stellen. So haben wir in der Vergangenheit schon vieles auf den Weg gebracht und erreicht“, begründet sie gegenüber mk online die Teilnahme an der Aktion.

Forderung an deutsche Bischöfe

Sie wollen so ein Zeichen für die Erneuerung der Kirche setzen. Denn Frauen hätten schon zu frühesten Zeiten große Rollen in der Kirche gespielt. So habe schließlich Maria den Heiland geboren und Maria Magdalena die Nachricht der Auferstehung zu den Aposteln gebracht und ihnen Mut zugesprochen, erläutert Handke. Und: „Dass Frauen heute wichtige Ämter versagt werden, soll und muss sich ändern.“

Die kfd fordert von den deutschen Bischöfen, Licht in das Dunkel der Missbrauchsfälle zu bringen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern. Auch konservative Machtstrukturen müssten abgeschafft werden. Außerdem wollen sie eine Erneuerung der Kirche.

Mit rund 450.000 Mitgliedern ist die kfd nach eigenen Angaben der größte Frauenverband und der größte katholische Verband Deutschlands. (kna/kas)

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