Reformen in der Kirche Diakoninnen und verheiratete Priester Themen bei Amazonas-Synode

09.10.2019

Am zweiten Beratungstag der Amazonas-Synode haben die Teilnehmer umstrittene Themen angesprochen. Einer der Bischöfe sprach sich unter Beifall für eine Form weiblicher Diakone aus.

Die Länder im Amazonasgebiet stehen vor der Bewältigung ökologischer Katastrophen.
Die Länder im Amazonasgebiet stehen vor der Bewältigung ökologischer Katastrophen. © imago/ images westend 61

Vatikanstadt – Am zweiten Beratungstag der Amazonas-Synode haben die Teilnehmer auch umstrittene Themen angesprochen. In den Redebeiträgen ging es unter anderem um eine mögliche Priesterweihe für ältere verheiratete Männer ("viri probati") und um neue Dienste oder Ämter für Frauen. Einer der Bischöfe sprach sich, wie Synodenbeobachter bestätigten, unter Beifall für eine Form weiblicher Diakone aus. Ausgangspunkt sei stets das Problem gewesen, dass viele Katholiken in der Amazonasregion nur selten die Messe mitfeiern oder die Sakramente empfangen könnten, sagte der Leiter der vatikanischen Kommunikationsbehörde, Paolo Ruffini, vor Journalisten.

Die Haltungen der einzelnen Redner, zu denen bisher hauptsächlich die abstimmungsberechtigten "Synodenväter" gehörten, seien naturgemäß sehr unterschiedlich, so der peruanische Kardinal Pedro Ricardo Barreto. Die Zahl der Priester im Verhältnis zu den riesigen Gebieten, die sie zu betreuen haben, werde von allen als Problem gesehen. Dafür brauche es Antworten, damit keine "Katholiken erster und zweiter Klasse" entstehen - also Gläubige, die häufiger Eucharistie feiern können, und solche, die dies nur einmal im Jahr können.

Ökologische Probleme und indigene Kulturen

Bei den bisher angedachten Lösungswegen geht es nach Angaben von Synodenteilnehmern um eine bessere Ausbildung für Laien, mehr Werbung für geistliche Berufe, eine stärkere Einbeziehung von Ordensleuten, insbesondere von Frauen, sowie um mehr ständige Diakone, unter anderem für Sakramente wie Taufe und Eheschließung.

Neben ökologischen Problemen der Amazonasregion sei es in den Beiträgen auch um indigene Kulturen und Traditionen gegangen, so Ruffini. Barreto ergänzte, er selbst sei durch seine Begegnungen mit Indigenen weiter evangelisiert und bekehrt worden. Dabei erinnerte er daran, dass sich bereits die Päpste Benedikt XIV. (1740-1758) und Pius X. (1903-1914) zum Schicksal und zur Menschenwürde indigener Völker in Lateinamerika geäußert hätten.

Frauenstimmrecht?

Am Nachmittag hatte UN-Expertin Victoria Tauli-Corpuz die Synode gewürdigt. Diese sei für die Anliegen indigener Völker weltweit von großer Bedeutung und behandle "höchst aktuelle und drängende Themen". Die Indigenen in der Amazonasregion bräuchten dringend internationalen Schutz, erklärte die von den Philippinen stammende Menschenrechtsexpertin. Die 66-Jährige ist UN-Sonderberichterstatterin für die Rechte indigener Völker und nimmt als geladene Expertin an der dreiwöchigen Bischofsversammlung teil.

Das spanische Portal "Religion Digital" hatte am Morgen berichtet, eine Gruppe von Bischöfen setze sich für ein Frauenstimmrecht bei der Synode ein. Der Synodenleitung liege ein entsprechender Antrag der nicht näher benannten Geistlichen vor. Konkret gehe es darum, den 35 Frauen im Teilnehmerkreis, unter ihnen 20 Ordensmitglieder, ein Stimmrecht zuzuerkennen. Dies haben laut den geltenden Regeln nur die teilnehmenden Bischöfe und Priester. Beobachter im Vatikan halten eine Änderung für unwahrscheinlich. (kna)


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