Berufung Diakonweihe in Coronazeiten

31.05.2020

Erzbischof Reinhard Marx würdigt die neu geweihten Diakone als „lebendigen Brief Christi“. Corona beeinflusste nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch den Akt der Weihe selbst.

Männer liegen auf dem Boden
Die Weihekandidaten legten sich mit dem ganzen Körper auf den Boden, um ihre Hingabe an Gott zum Ausdruck zu bringen. © Kiderle

München – Kardinal Reinhard Marx sieht in der trotz der Coronapandemie am Samstag im Münchner Liebfrauendom gefeierten Diakonenweihe ein wichtiges Symbol. „Es ist ein Zeichen: Der Weg der Kirche geht weiter – auch unter widrigen Umstände.“ Er habe lange gezögert, die Diakonenweihe zu feiern, sagte der Erzbischof von München und Freising. „Ich weiß, wie viele gerne gekommen wären.“ So waren die rund 70 Sitzplätze im Dom Angehörigen der Weihekandidaten vorbehalten, eine Mitfeier war aber zeitgleich im Internet möglich. „Wir sind eine Gemeinde, der eine Leib Christi“, betonte denn auch Marx.

An die Weihekandidaten gerichtet, sagte Marx: „Ihr seid der Brief Christi, der lebendige Brief, geschrieben mit dem Geist Christi.“ Der Erzbischof unterstrich: „Jesus wollte, dass wir die lebendige Schrift sind und nicht nur tote Buchstaben. Es kommt darauf an, dass wir leben; so leben, dass alle sagen: Jetzt verstehe ich, was gemeint ist. Bitten wir also für diese jungen Männer, dass sie der Brief Christi werden, den alle lesen können.“

Große Feier im nächsten Jahr

Auch wenn in diesem Jahr die Feierlichkeiten nur klein ausfallen könnten, „die Freude kann uns niemand nehmen – auch Corona nicht. Das wäre ja gelacht!“ Marx versprach: „In diesem Jahr ist nur eine kleine Feier möglich, aber nächstes Jahr, bei der Priesterweihe, da wird auf die Pauke gehauen!“

Zu Diakonen geweiht wurden: Georg Böckl-Bichler (34), aus der Pfarrei Steingau – St. Martin, im Pastoralkurs im Pfarrverband Olching eingesetzt; Robert Daiser (28) aus Truchtlaching – St. Johann Baptist, im Pastoralkurs in der Stadtkirche Bad Aibling; Tobias Pastötter (30) aus Saaldorf – St. Martin, im Pastoralkurs im Pfarrverband Haar; Josef Schmid (28), aus Partenkirchen – Mariä Himmelfahrt, im Pastoralkurs im Pfarrverband Oberes Priental, und Stefan Schmitt (25) aus Zolling – St. Johann Baptist, im Pastoralkurs in der Stadtkirche Wolfratshausen.

Sakrament mit Infektionsschutzmaßnahmen

Die Weihekandidaten haben Theologie studiert und bereiten sich derzeit im Rahmen des zweijährigen Pastoralkurses in der praktischen Ausbildung in einem Pfarrverband auf ihre Arbeit als Priester vor. Während des Weihegottesdienstes knieten die Weihekandidaten nicht nur vor dem Altar nieder, sondern legten sich auch mit dem ganzen Körper auf den Boden, um ihre Hingabe an Gott zum Ausdruck zu bringen. Anschließend vollzog der Bischof durch Handauflegung und Gebet die Weihe.

Da die Handauflegung unverzichtbar ist, um die Diakonenweihe gültig zu spenden, erfolgte sie auch in Zeiten der Coronakrise. Allerdings wurden besondere Infektionsschutzmaßnahmen ergriffen, wie etwa das Desinfizieren der Hände durch den Erzbischof vor jeder Handauflegung. Im Anschluss an das Weihegebet legten die Neugeweihten die liturgischen Gewänder des Diakons an. Die Priesterweihe folgt in der Regel ein Jahr nach der Diakonenweihe. (pm)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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