Bible Art Journaling Die Bibel zum Tagebuch machen

08.03.2019

Malen, schreiben, stempeln – und das alles in der Bibel. Beim Bible Art Journaling ist das erlaubt.

Beim Bible Art Journaling werden die Seiten individuell gestaltet.
Beim Bible Art Journaling werden die Seiten individuell gestaltet. © Bible Art Journaling Deutschland

München – Da werden Seiten komplett übermalt, Sätze hineingeschrieben und mit Aufklebern experimentiert: Beim Bible Art Journaling darf sich in der Bibel kreativ ausgetobt werden. Alles ist erlaubt. Es geht darum sich mit dem Text auseinanderzusetzen und anschließend auf der Seite ein Bild zu gestalten. Wenn ich in die Bibel male, dann bin ich näher am Wort Gottes, beschreibt Tabea Becker von Bible Art Journaling Deutschland: „Die Texte bleiben einem so mehr in Erinnerung“. Bei dieser Form der Bibelarbeit werden zwei Dinge miteinander kombiniert: das klassische Bibelstudium und Art Journaling, eine Form des Tagebuchführens. Statt zu schreiben, wird dabei jeden Tag etwas gemalt oder gezeichnet.

Attraktive Bibel

Zusammen mit ihrer Tochter und ihrer Schwägerin hat Tabea Becker den Trend 2014 aus Amerika nach Deutschland gebracht: „Es gab einen Bedarf unter Christen, die Bibel attraktiver zu machen und mehr Freude beim Bibellesen zu haben“. Beim Bible Art Journaling werden Gefühle und Fragen, die an den Text gerichtet werden, mit Farben und Formen ausgedrückt. Dazu brauche es keine spezielle künstlerische Begabung. Es geht darum, eine Erinnerung zu schaffen und die Zeit zu genießen, betont Becker im Interview mit mk online. Die „Journaling Bibel“ würde so zum persönlichem Schatz wie ein Tagebuch. Die drei Frauen wollen „das Wort Gottes mit Freude und Leichtigkeit füllen, so dass die Menschen es besser behalten und anwenden können.“

Mit dem Glauben beschäftigen

Für das Bible Art Journaling bietet es sich an, eine spezielle Bibel zu nutzen. Eine solche Do-It-Yourself-Bibel hat einen breiten weißen Rand und dickeres Papier. So bietet sie viel Platz zum Gestalten. Die Bibel und ein paar Materialien hat sich auch May-Britt Thießen besorgt. Die 27-Jährige hat vor kurzem mit dieser Art des Bibellesens angefangen. Sie gehört keiner Kirche an, fühlte sich aber immer zum Glauben hingezogen. Gerade in schweren Situationen war sie sich sicher, dass ihr jemand der Weg weist.

Die Bibel wird zum Tagebuch.
Die Bibel wird zum Tagebuch. © Bible Art Journaling Deutschland

Es geht nicht um Perfektionismus

Sie wollte mehr über den Glauben erfahren, aber eine theoretische Beschäftigung hat sie nicht angesprochen. Die kreative Form dagegen sehr. Gerade an stressigen Tagen helfe es ihr, zur Ruhe zu kommen. Während sie sonst häufig Musik im Hintergrund höre, könne sie beim „Journalen“ die Stille genießen.

Thießen hat für sich selbst einen kleinen Ablauf festgelegt. So spricht sie, bevor sie beginnt, immer ein kurzes Gebet. Dabei bittet sie, dass sie versteht, was Gott ihr jetzt mitteilen möchte. Manchmal hat sie eine genaue Vorstellung, wie eine Seite am Ende aussehen soll. Das gelinge aber nicht immer. Wenn ihr eigener Perfektionismus ihr dann im Weg stehe, müsse sie sich immer wieder ins Gedächtnis rufen: „Es geht nicht darum perfekt zu sein, sondern Gottes Wort zu verinnerlichen und mit dem Wort zu arbeiten“.

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de


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