Ökumene Die Einheit der Christen ist der Wille Gottes

16.01.2018

Von 18. bis zum 25. Januar wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen. Apostolos Malamoussis sieht gerade in den unterschiedlichen Ansichten, Riten und Traditionen der Kirchen eine große Bereicherung.

Die Einheit der Christen ist für mich nicht nur ein erstrebenswertes Ziel. Sie ist vielmehr der Wille Gottes, zu dessen Umsetzung sich alle Kirchen verpflichtet haben. Wir befinden uns momentan auf dem Weg zu dieser Einheit, die unausweichlich am Ende unserer Bemühungen stehen soll. Wir haben bei diesem Vorhaben erfreulicherweise bereits große Schritte zurückgelegt. Der Dialog, die gemeinsame Durchführung von Veranstaltungen und Gottesdiensten haben die Kirchen in den letzten Jahren näher zueinander geführt.

Unsere Erfahrung ist es, dass gerade die unterschiedlichen Ansichten, Riten und Traditionen der Kirchen eine große Bereicherung für uns alle sind und gegenseitiges Verständnis durch einen fruchtbaren theologischen Dialog fördern. Dies alles dient der Einheit der Christen.

Dankbar für persönlichen Einsatz von Kardinal Wetter

Wir griechisch-orthodoxen Christen in München haben zudem den Segen durch die langjährige Unterstützung unserer Schwesterkirchen, die bisherigen Schritte der Einheit auf vielfältige Weise zu erleben. So verdanken wir es dem persönlichen Einsatz von Kardinal Friedrich Wetter, dass wir die Allerheiligenkirche mit eigenem Kulturzentrum als orthodoxes Zentrum bauen durften. Auch mit Hilfe seines Nachfolgers Kardinal Reinhard Marx entfaltet sich die herzliche Zusammenarbeit weiter. Ebenso verbindet uns eine tiefe Verbundenheit und vielfältige Unterstützung mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Dieser Austausch ist für uns ein lebendiges Zeichen für die gegenseitige Wertschätzung und Annäherung der Kirchen, die zudem maßgeblich zu einer gelungenen, sozialen Integration von Menschen und Kulturen beiträgt.

Kategorie: Meinung
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Apostolos Malamoussis ist Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats.
Apostolos Malamoussis ist Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats. © Picasa

Ein weiteres sichtbares Zeichen für eine gelungene und gelebte Ökumene ist die Errichtung der Ausbildungseinrichtung für orthodoxe Theologie an der LMU.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) erlebe ich als festen Bestandteil, ein „Muss“, für die Einheit der Christen. Sie ist ein Ort für Begegnung, bei der auch die kleinen Kirchen repräsentiert werden, ein Ort für regen Austausch und Dialog, wie etwa durch Studientage und gemeinsame Veranstaltungen. Die Einheit der Christen kann in der ACK in die Praxis umgesetzt werden.

Die Tatsache, dass es im Vorstand der ACK in München und ACK in Bayern einen orthodoxen Vertreter gibt und in der ACK in Bayern der Geschäftsführer ein orthodoxer Theologe ist, unterstreicht unseren gemeinsamen Wunsch zur weiteren Entfaltung der Einheit der Christen. (Apostolos Malamoussis ist Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats, Bischöflicher Beauftragter für die staatlichen Belange im Freistaat Bayern und Mitglied im ACK-Vorstand München)

Wissenswert

Von 18. bis zum 25. Januar wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen. Organisiert wird sie in Deutschland von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Die ACK ist ein 1948 gegründeter Zusammenschluss christlicher Kirchen in Deutschland zum Zweck der Förderung ökumenischer Zusammenarbeit und der Einheit der Kirchen.


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