Ökumene Die Einheit ist ein Auftrag Christi

25.10.2018

Das Reformationsjubiläum habe in Sachen Ökumene viel bewegt, sagt Georgios Vlantis, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Bayern. Doch es müsse weitergehen. Vlantis sagt: Die Spaltung der Kirche ist ein Skandal.

Georgios Vlantis © privat

München – Wenn Georgios Vlantis über Ökumene redet, meint er damit wesentlich mehr als nur die Annäherung zwischen katholischer und evangelischer Kirche. Dieser Umstand hat für den orthodoxen Christen, der gebürtig aus Griechenland stammt, viel mit seiner eigenen Geschichte zu tun. "Hätte mir vor 20 Jahren in Athen jemand gesagt, dass ich irgendwann Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Bayern werde, hätte ich wirklich gelacht." Doch heute sei er sehr dankbar, das Amt ausführen zu können.

Ökumene heißt Vielfalt

Die Aufgabe der ACK, die Vlantis sehr am Herzen liegt, ist die Förderung der multilateralen Ökumene. "Ökumene ist der Dialog zwischen verschiedenen Konfessionen mit dem Ziel der christlichen Einheit", fasst Vlantis den Grundgedanken der Arbeit zusammen. Das gehe weit über die Zusammenarbeit von katholischer und evangelischer Kirche hinaus. Zwar seien das in Deutschland und Bayern natürlich die Konfessionen, denen die meisten Gläubigen angehörten. Aber alleine dort gebe es eine Vielzahl von Traditionen außerhalb der römisch-katholischen und der lutherischen Kirche, so der Theologe. Dazu kommen unter anderem verschiedene Strömungen aus der orthodoxen Kirche und Mennoniten. Sie alle seien Teil der ökumenischen Bemühungen der ACK, erklärt Vlantis.

Schließlich seien Konfessionen, die in Bayern eine Minderheit bildeten, woanders eine Mehrheit, zum Beispiel die griechisch-orthodoxen Christen in seiner Heimat. "Aus dieser Vielfalt können wir alle lernen. Wir können alle voneinander profitieren", sagt Georgios Vlantis. "Jede Konfession hat seine eigenen Schätze, die auch für den jeweils anderen wertvoll sein können." Es gehe zudem darum, gehorsam zu sein für das Gebot Jesu Christi, ist der Geschäftsführer der ACK überzeugt. "Er will, dass wir alle eins werden." Die Spaltung der Kirche sei daher ein Skandal.

Noch überzeugender werden

Aus diesem Grund wirbt der 38-Jährige für noch mehr ökumenische Zusammenarbeit. In den letzten Jahren sei eine Menge erreicht worden, vor allem das Reformationsjubiläum 2017 habe den Dialog gefördert. Dieser Weg müsse fortgesetzt werden: „Damit das Christentum noch stärker, noch spannender, noch überzeugender wird.“

Die ACK

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen ist ein 1948 gegründeter Zusammenschluss christlicher Kirchen in Deutschland zum Zweck der Förderung ökumenischer Zusammenarbeit und der Einheit der Kirchen. In jedem Bundesland sind regionale ACKs aktiv. In Bayern sind 19 Kirchen zusammengeschlossen. Zwei weitere beteiligen sich als Gastmitglieder; zudem wirken vier ökumenische Organisationen mit. Georgios Vlantis ist seit dem 1. Mai 2016 Geschäftsführer der ACK Bayern.

Der Autor
Lukas Schöne
Radio-Redaktion
l.schoene@st-michaelsbund.de


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