Kirche in der Corona-Krise Die „geistige Kommunion“ empfangen

18.03.2020

Gottesdienste sind abgesagt. In Sankt Anton in München können Gläubige aber trotzdem an einem religiösen Leben teilnehmen.

Das Beten zum Allerheiligsten stellt eine Möglichkeit für eine "geistige Kommunion" dar. © Thomas Schied

Update 19.3.2020: Das Erzbistum München und Freising weist darauf hin, dass Versammlungen zu bestimmten Zeiten in der Kirche vermieden werden sollen.

München – Dadurch, dass die Gottesdienste im Erzbistum ausfallen, gibt es derzeit auch keine Möglichkeit für die Gläubigen die Eucharistie zu empfangen. Für viele Menschen ist genau das aber in Krisenzeiten wie dieser Tage ein besonderes Anliegen. In Sankt Anton in der Isarvorstadt in München gibt es nun zumindest die Möglichkeit das Allerheiligste anzubeten.

Ein inoffizieller Nothelfer

Bruder Thomas Schied hatte die Idee, den Gläubigen die Möglichkeit zu geben, eine „geistige Kommunion“ zu empfangen. "Geistige Kommunion" bedeutet den Empfang des Leibes Christi durch das innere Verlangen nach Jesus Christus im Gebet und die dadurch entstehende geistliche Gemeinschaft der Kirche. Dafür stellen er und seine Mitbrüder täglich zwischen 17.30 und 18.30 das Allerheiligste in die Kirche. Natürlich gilt dabei auch die zwei-Meter-Abstand-Regel: „Wenn der Andrang zu groß werden sollte, werden wir Maßnahmen ergreifen“, erklärt der ehemalige Krankenpfleger.

Sankt Anton ist sowieso ein guter Ort, um in diesen Zeiten zu beten, meint Schied. Denn der Heilige Antonius von Padua wird eben nicht nur bei der Suche nach Verlorenem angerufen, sondern auch bei Seuchen. Der heilige Antonius ist quasi ein „inoffizieller Nothelfer“, erklärt Schied lachend.

 

Konkrete Hilfe

Darüber hinaus haben die Kapuziner bieten die Kapuziner einen Einkaufsdienst eingerichtet. Alle Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, das Haus aus anderen Gründen nicht verlassen können oder einfach so Hilfe brauchen, können sich telefonisch (0152/ 58644250) melden und bekommen umgehend Unterstützung.

Schied hat die allgemeinen Pastoralen Tätigkeiten weitgehend eingestellt. Für Notfälle in der Seelsorge will er aber weiterhin ansprechbar bleiben. Als ehemaliger Krankenpfleger weiß er, welche Hygiene Maßnahmen notwendig sind und wo die Grenzen der seelsorgerischen Begleitung liegen.

Sankt Anton gegenüber vom alten Südfriedhof in der Kapuzinerstraße gehört zum Pfarrverband Isarvorstadt.

Der Autor
Thomas Stöppler
Volontär
t.stoeppler@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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