Kunstwerk in Sankt Joseph Die Heilige Elisabeth von Thüringen in buntem Licht

27.05.2019

Der Künstler Philipp Schönborn erinnert in der Schwabinger Josephs mit einem Lichtschrein an eine bedeutende Heilige.

Fotomontage des Schreins der Elisabeth von Thüringen vor dem Franz-von-Assisi-Antependium in der Schwabinger Josephskirche. © Annette Philp

München - Er setzt der heiligen Elisabeth von Thüringen in seiner Heimatstadt ein leuchtendes Denkmal: Ab Sonntag, 2. Juni, gastiert ein Kunstwerk des Münchner Künstlers Philipp Schönborn, älterer Bruder des Wiener Kardinals Christoph Schönborn, in der Schwabinger Pfarrei St. Joseph (Josephsplatz). Den Auftakt der Ausstellung bildet ein Gottesdienst um 10 Uhr. Der Künstler ist dabei anwesend. Um die Zeit Elisabeths klanglich erfahrbar zu machen, gestaltet die Erfurter Sängerin Sabine Lindner den Gottesdienst mit mystischen Lieder aus dem späten Mittelalter. Zu hören sind unter anderem Hymnen von Hildegard von Bingen, Sequenzen aus dem Elisabeth-Offizium und Laudi des heiligen Franziskus.

Grablege ohne Heilige

Schönborn wohnt auf dem Gebiet der Nachbarpfarrei von St. Joseph, der Universitätskirche St. Ludwig. In dieser steht seit 1998 ein leuchtender Schrein für Ludwig den Heiligen, der „Schrein der Krone Christi“, der die Buntglasfenster der „Sainte-Chapelle“, das ist die ehemalige Palastkapelle der königlichen Residenz auf der Île de la Cité in Paris, abbildet. Künstlerisch gesehen spielen Licht und Farbe bei seinen Themen Natur, Kunst und Religion eine große Rolle. Das Interesse Schönborns an Leben und Wirken herausragender Frauen wandte sich 2014 Elisabeth von Thüringen zu. Besonders der Umstand, dass zwar ihre Grablege erhalten ist, aber ihre Gebeine in der Reformationszeit zerstreut wurden, regte Schönborn zu dem sargartigen Schrein „Elisabeth von Thüringen“ an. Leuchtend bunte Bilder umfassen die schmale, einfache Kistenform. Sie stammen von dem mittelalterlichen Elisabethfenster aus der Marburger Elisabethkirche und wurden bewusst unscharf aufgenommen. Hier wird das kurze Leben der ungarischen Königstochter Elisabeth (1207 – 1231) erzählt: Wie sie nach dem frühen Tod ihres Mannes dem höfischen Leben entfloh und sich der Speisung und Pflege der ärmsten und kranken Menschen widmete. Dem heiligen Franziskus nachfolgend, fand sie ihren Platz bei den Menschen in Not. Die Oberseite des Schreines zeigt sie auf einem Kissen ruhend in weißem Schleier. Über ihrem Grab, das dieses Relief ziert, wurde vom Deutschen Orden die Elisabethkirche, eine der ersten gotischen Bauten in Deutschland, errichtet.

Natur, Kunst und Religion sind die Themen des Münchner Licht- Künstlers Philipp Schönborn.
Natur, Kunst und Religion sind die Themen des Münchner Licht- Künstlers Philipp Schönborn. © Philip

Reisender Schrein

Seit 2017 reist das leuchtende Kunstwerk zu den Orten, an denen Elisabeth lebte oder an denen sie früh verehrt wurde. Die Reise begann am Elisabethfest 2017 im Dom zu Erfurt, wo 1235 ihre Heiligsprechung proklamiert wurde. Nach dem Naumburger Dom, der die älteste Steinskulptur der Heiligen besitzt, der Abteikirche Sayn, in der das Armreliquiar aufbewahrt wird, dem Wiener Stephansdom und der Wiener Deutschordenskirche kommt das Kunstwerk nun aus dem Martinsdom in Bratislava für kurze Zeit nach München. In der ehemaligen Kapuzinerpfarrei St. Joseph, wo mit dem St. Elisabethenverein die Fürsorge der Heiligen bis heute gelebt wird, findet das Kunstwerk bis Sonntag, 30. Juni, seinen Platz auf den Stufen des Franziskus-Seitenaltars vor dem Antependium. Dieses zeigt ein Gemälde des mit Blumen bestreuten Leichnams des heiligen Franz von Assisi. Von Franz inspiriert, fand Elisabeth zu ihrem Charisma der unbedingten Nächstenliebe. (Annette Philp, die Autorin lebt als Filmemacherin in München)


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