Familienservicezentrum Die Kita für die ganze Familie

15.05.2017

Familie und Kita – beides ist für ein Kind Heimat. Deshalb ist es auch wichtig, dass das keine zwei getrennten Welten sind und die Kita für die ganze Familie da ist. Das gelingt in den Familienservicezentren.

Der Kindergarten ist für viele Kinder eine zweite Heimat. © Fotolia

München/Unterschleißheim – Verwahranstalt für Kinder ist der Kindergarten längst nicht mehr. Während noch vor einem halben Jahrhundert Kindergärten dazu dienten, dass Kinder ein paar Stunden betreut werden und die Erzieherin die Rolle derer hatte, die dafür sorgte, dass sich keiner weh tut, alle beschäftigt sind und sich nach der Brotzeit jeder den Mund waschen, sollen sich Kinder heute in einer Kita wie in einem zweiten Zuhause fühlen. Es soll ihnen gut gehen, sie sollen sich wohl fühlen. Sie dürfen sich nach ihren Fähigkeiten entwickeln, werden dabei begleitet, bekommen je nach Einrichtung unterschiedliche Angebote.

Besonders wichtig dabei auch: Es soll nicht nur den Kindern gut gehen, sondern auch Mama und Papa und den Geschwistern. Elternarbeit wird immer wichtiger und es ist klar: Kita und Zuhause sind keine getrennten Welten, sondern die Betreuung von Kindern muss Hand in Hand gehen. Ein Angebot dazu sind Familienservicezentren.

Betreuung – Bildung – Begegnung - Beratung

Im Caritas Familienzentrum in Unterschleißheim beispielsweise ist das seit fünf Jahren so. Der neungruppige Hort ist nicht nur für die Kinder ein zweites Zuhause, sondern bietet auch den Eltern die Möglichkeit, sich in der gemütlichen Kaffeeecke auszutauschen, oder Fachberatung in Anspruch zu nehmen. Und wenn beispielsweise Ferien sind und die Eltern keine Betreuung für die Geschwisterkinder haben, gibt es speziell für die auch noch ein Ferienprogramm. Das erweiterte Betreungsangebot ist dem Familienservicezentrum sehr wichtig sagt Daniela Wittig, die Projektleiterin.

Außerdem finden regelmäßig Aktionen für die ganze Familie statt und die Kinder sind begeistert, wenn Mama und Papa bei der Schnitzeljagd ihren Hort erkunden oder ihre Freunde bei der Fahrradtour genauer kennenlernen. Gabriele Stark-Angermeier, die Kreisgeschäftsführerin der Caritas im Landkreis München, sagt, dass schon ein Blick in die Bibel zeige, dass es bei Familien nicht nur um Vater-Mutter-Kind gehe, sondern immer der ganze „Stamm“ wichtig sei – deshalb sei es für eine kirchliche Einrichtung wichtig, die ganze Familie im Blick zu haben und zu unterstützen.

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Familienservicezentrum - ein Ort für die ganze Familie (Bild: SMB/KSchmid) © SMB/KSchmid

Dazu zähle beispielsweise auch die Betreuung der Kinder in Zeiten außerhalb der Regelbuchungszeiten – dies kann sowohl heißen, dass einmal an einem Adventssamstag geöffnet ist, oder dass das Team einer Familie bei der Suche nach einem Babysitter hilft. Projektleiterin des FSZ Unterschließheim, Daniela Wittig, ist es ganz wichtig, die Familien in das Hortleben einzubeziehen. Die Annahme sei sehr unterschiedlich , sagt sie. Einige Familien nutzen die Angebote sehr intensiv, andere weniger – zum Mitmachen gezwungen wird niemand. Allgemein aber stellt sie fest, dass sie mehr Kontakt zu den Familien habe und das sei positiv, weil die Kooperation einfacher wird und das den Kindern nur Vorteile bringe.

Wie wird man Familienservicezentrum

Das erste Familienservicezentrum ist vor 10 Jahren in der Orleansstraße in München aus einem Studienprojekt entstanden. Die Caritas bietet in dem Familienservicezentren nicht nur den Familien viel, sondern auch ihren Angestellten einen spannenden Arbeitsplatz. Die Mitarbeiter bekommen eine Fachpädagogenausbildung und die Umstrukturierung zum Familienservicezentrum werde eng begleitet, so Kreisgeschäftsführerin Stark-Angermeier. Am Schluss der Zertifizierung stehe ein Audit-Verfahren, also eine Überprüfung, wie die Umstrukturierung gelungen sei. Am wichtigsten dabei sei, dass es sich nicht um eine Eintagsfliege handle und das FSZ in die Struktur der Einrichtung und der Kommune eingebracht sei.

Die Caritas hat derzeit neun Familienservicezentren in München Stadt und dem Landkreis München.

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de


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