Impuls von Schwester Cosima Kiesner Die Kraft des Geistes

09.06.2019

Seit Schwester Cosima Kiesner mit dem Wirken des Heiligen Geistes in ihrem Alltag rechnet, erkennt sie es leichter. Wie es sich zeigt, verrät die Ordensfrau hier.

Der Heilige Geist ist für Schwester Cosima Kiesner die Ruhe in der äußeren und inneren Hektik.
Der Heilige Geist ist für Schwester Cosima Kiesner die Ruhe in der äußeren und inneren Hektik. © Africa Studio – stock.adobe.com

Je älter ich werde, umso mehr beschäftigt mich der Heilige Geist. Darum widme ich mich am hochheiligen Pfingstfest gern dieser besonderen Gnadengabe, die uns in der Firmung verbindlich zugesagt ist. Wer ist der Heilige Geist für mich? Wie erfahre ich Ihn? Was verdanke ich Ihm? Das sind die Fragen, die ich in diesen Tagen bedenke.

Zweierlei ist mir wichtig: Im Heiligen Geist begegnet mir die Wirkkraft, die aus unerreichbaren Idealen Wirklichkeit schafft. Im Heilig-Geist-Hymnus drückt sich diese unsichtbar wirkende Veränderungskraft in vielen Bildern aus. Da ist der Heilige Geist das Licht, das in finsterer Nacht aufleuchtet und Hoffnung schenkt und Richtung weist. Da ist Er das innere Wehen, das am Leben erhält und heilt. Er ist die Ruhe in der äußeren und inneren Hektik und die Erfrischung und die Atempause in allem Druck. Seine Wirkungen sind vielfältig und gerade deswegen so schwer als Früchte des Heiligen Geistes erkennbar. Deswegen lohnt es sich, die im Hymnus genannten Wirkungen zu kennen und sie gläubig im Alltag zu erwarten.

Seit ich mit dem Wirken des Heiligen Geistes in meinem Alltag rechne, seitdem erkenne ich Sein Wirken leichter. Und kaum erkenne ich es, ist Er schon wieder fort. Ich kann Ihn nicht halten. Ich kann mich Ihm und Seinem Wirken nur immer wieder öffnen. Wer Ihn zu sich bittet, dem wird Er zu Hilfe eilen, und wer Ihm dankt, bei dem wird Er wieder einkehren. Ich kann mich disponieren und mir vorstellen, wie der Heilige Geist beständig wie der Wind die Welt durchstreift und sucht, wo und durch wen Er Gutes bewirken kann. Er ist der Erbauer des Gottesreiches hier und jetzt und immer wieder neu, so wie Er der lebendige Geist jeglicher Schöpfung ist.

Schwester Cosima Kiesner ist Ordensfrau in der Congregatio Jesu.
Schwester Cosima Kiesner ist Ordensfrau in der Congregatio Jesu. © privat

Der Heilige Geist als Beziehungspflegerin

Im Heiligen Geist begegnet mir der Spender der Einheit von Gott Vater und Gott Sohn. Er ist die Kommunikation, die Beziehungspflegerin, die beständig Verbindung herstellt zwischen den Kommunizierenden. Genau das bewirkt Er auch in meinem Leben, in meinem Beten und meinem Tun. Er lässt mich nach dem Willen Gottes fragen und lehrt mich die Unterscheidung. Er lässt mich erkennen und motiviert mich zum Handeln. Ohne Ihn wäre ich nicht die Ordensfrau, die ich bin, und wenn ich mich Ihm noch mehr überließe, würde Er noch mehr in mir und durch mich bewirken. Er lässt mich vollbringen und zugleich meine Grenzen spüren. Er ist der, aus dem Paulus heraus sagt: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. So wirkt der Heilige Geist.

Laut stimme ich ein in jeglichen Lobgesang des Heiligen Geistes und jetzt in die Verse des Schriftstellers Wolfgang Poeplau: „Dein Geist weht wo er will, wir können es nicht ahnen. Er greift nach unsren Herzen und bricht sich neue Bahnen.“

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Pfingsten

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