Martin Mosebach über „Das Blutbuchenfest“ „Die sichtbare Welt ist nur eine Lichthaut“

24.03.2014

Ein Unheilsgefühl prägt den Roman. Ein Stein fliegt gegen eine Windschutzscheibe, ein Fest endet in einer Katastrophe, ein Kind stirbt. Mosebach beschreibt in seinem Roman „Das Blutbuchenfest“ eine Welt vor Chaos und Krieg.

Hinter der sichtbaren Welt lauert die Hölle (Bild:Hanser)

Ivana ist die Heldin des Romans. Sie arbeitet als Putzfrau in Frankfurt und schaut hinter die Kulissen des „Großstadtgelichters“. Sie erlebt Menschen, die keine richtigen Berufe haben und Pläne machen, die ins Leere laufen. Ivana kommt aus Bosnien. Ihr kultureller Hintergrund verbindet zwei Welten: das bosnische Bergdorf und die Frankfurter Großstadt. Ivanas Lebensgeschichte wird durch den beginnenden Bosnien Krieg zum tragischen Drama.
Das Blutbuchenfest“ ist auch ein Buch über den Traditionsabbruch, der in Bosnien passiert und der in Frankfurt bereits vollzogen ist. „Aber die vielen Jahrhunderte Religion in Europa lassen sich nicht ohne weiteres abschütteln“, sagt der Katholik Mosebach: Wie eine Kultur aussieht, die sich ganz und gar von der Religion gelöst hat, können wir uns noch gar nicht vorstellen“, sagt er im Gespräch mit Johannes Schröer vom domradio.

Martin Mosebach, Das Blutbuchenfest, Hanser, 448 S., 24.90 €

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