Fresken von Michelangelo Die Sixtinische Kapelle ist in München zu sehen

05.04.2017

Bei einem Rom-Besuch ist das ein Must-See: die Sixtinische Kapelle. Doch auch in München lassen sich berühmten Fresken nun bestaunen. Die Besucher erwartet dabei ein hautnahes Erlebnis. Und das wortwörtlich.

"Die Erschaffung Adams" von Michelangelo ist eines der Herzstücke der Ausstellung.
"Die Erschaffung Adams" von Michelangelo ist eines der Herzstücke der Ausstellung. © Kiderle

München – Michelangelos berühmte Fresken der Sixtinischen Kapelle sind ab Freitag in München zu sehen. Die Brüder Gabriel und Beau Ioana zeigen in der Alten Bayerischen Staatsbank 34 farbechte Repliken in Originalgröße. Auf 1400 Quadratmetern auf drei Etagen können die Besucher sich die Abbildungen hautnah anschauen. Hautnah ist übrigens wörtlich zu verstehen: Anfassen ist erlaubt! Wir möchten den Menschen die Möglichkeit geben sich in die Atmosphäre von damals reinzufühlen, so dass sie spüren was uns Michelangelo damals hinterlassen hat, sagte Gabriel Ioana. Aus solcher Nähe habe selbst der Papst die Fresken noch nicht bewundert. Denn er habe sich die auch immer nur von unten angeschaut, fügt er lachend hinzu.

Um die Werke in der Sixtinischen Kapelle aus der Ferne betrachten zu können ist zuvor stundenlanges Anstehen die Regel. Und ist man dann drin, wird man mit der Menschenmasse binnen weniger Minuten hindurchgeschoben. Zeit sich die Fresken näher anzuschauen, bleibt da nicht. Diese Erfahrung haben auch die beiden Brüder gemacht und so ist die Idee zu dem Projekt entstanden. Denn anders als im Vatikan können die Besucher in der Ausstellung völlig unkompliziert jedes Detail so lange sie wollen betrachten.

Gabriel Ioana hatte zusammen mit seinem Bruder Beau die Idee die Fresken als Leinwand-Kunstdrucke auszustellen.
Gabriel Ioana hatte zusammen mit seinem Bruder Beau die Idee die Fresken als Leinwand-Kunstdrucke auszustellen. © Kiderle

Fotografien bilden Grundlage für die Kunstdrucke

Bei den Repliken handelt es sich um farbechte Leinwand-Kunstdrucke in Originalgröße, deren Grundlage Fotografien sind. Diese hat der österreichische Fotograf Erich Lessing aus nächster Nähe abgelichtet hat. Die Fotos er nach der Restaurierung der Sixtinischen Kapelle in den 1990ern Jahren gemacht. Herzstück der Ausstellung sind das Werk „Die Erschaffung Adams“ und „Das jüngste Gericht“. „Die Erschaffung Adams“ ist auch das Lieblingsbild von Gabriel Ioana. Durch die Erschaffung des Menschen aus Gottes Hand habe der Mensch immer wieder neue Möglichkeiten, erklärt er. Er selbst hat dieses Bild in seinem Büro hängen.

Die Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle schuf Michelangelo Buonarroti (1475-1564) von 1508 bis 1512. Der Zyklus aus neun Bildern illustriert die biblische Schöpfungsgeschichte. Das berühmteste Fresko ist die "Erschaffung Adams". Es zeigt wie Gottvater mit ausgestrecktem Zeigefinger Adam zum Leben erweckt. 25 Jahre später stellte Michelangelo das "Jüngste Gericht" an der Altarwand der Sixtina fertig. (kna)

Bisher sorgte die Ausstellung bereits in Montreal, Dallas und zuletzt in Wien für ungeahnte Besucherzahlen im sechsstelligen Bereich. Jetzt wird sie in der Alten Bayerischen Staatsbank in München gezeigt. Für den Wahl-Münchner Gabriel Ioana war klar, dass die Ausstellung auch hier - „dahoam“ - gezeigt werden muss. (kas)

Die Ausstellung ist vom 7. April bis 9. Juli in der alten Bayerischen Staatsbank zu sehen (Kardinal-Faulhaber / Ecke Prannerstraße). Sie hat täglich von 10 – 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene Mo – Fr, 19,50 (Sa / So 21,50 Euro) und für Kinder ab 9,50 Euro. Weiter Informationen finden Sie hier.


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