Bedeutung des Sakraments Die Weihe: Siegel auf die Seele

29.06.2018

Ein Altar oder eine ganze Kirche, eine Ordensfrau oder ein Priester: Sie alle können in der katholischen Kirche geweiht werden. Schwester Birgit Stollhoff erläutert, was das jeweils bedeutet.

Die Weihe wie ein Siegel auf die Seele.
Die Weihe wie ein Siegel auf die Seele. © AdobeStock/Björn Wylezich

Auf dem Altar brennt der Weihrauch, die Flammen spiegeln sich im Öl auf der Tischplatte – eine Altarweihe ist ein beeindruckendes Ereignis. Die Altarweihe zählt wie die Kirchweihe zu den Sakramentalien; beide sind ob ihrer Bedeutung dem Bischof vorbehalten. Hier wird, so ist das auch zu spüren, ein heiliger Ort geweiht, ein Ort, an dem Gott besonders spürbar ist. Eine Weihe gibt es auch im Sinne von „sich weihen“ – auch die Profess, die Jungfrauenweihe und die Abtweihe gehören zu den Sakramentalien. Dabei zählt die Jungfrauenweihe zu den ältesten Weihen – Frauen, die sich ganz in den Dienst Gottes stellen, aber ohne besondere kirchliche oder gemeinschaftliche Bindung in der Welt leben.

Gott übereignet und der Welt entzogen

In der Weihe wird eine Person oder ein Gegenstand in einer besonderen Liturgie öffentlich Gott übereignet und der Welt entzogen. Ein dreistufiges Sakrament ist die Weihe bei Diakonen, Priestern und Bischöfen. Die Weihe prägt sich hier den Geweihten unauslöschlich in die Person ein, wie ein Siegel auf die Seele.

Schwester Birgit Stollhoff
Schwester Birgit Stollhoff © SMB

Hingabe ohne Bedingungen

Kleinere Segnungen, die nach dabei gesprochenen Weihegebet auch „Weihen“ genannt werden, sind etwa Speisesegnungen und Häusersegnungen. Noch heute verwenden wir den Begriff „einweihen“ für die erste besondere Verwendung. Heute scheint der Gedanke der religiösen Weihe aber eher fremd. Die Sehnsucht dahinter ist nach wie vor aktuell: nach einer Hingabe ohne Bedingungen, einem Sich-ganz-Überlassen ohne Wenn und Aber oder Vorbehalt. Klingt doch sehr leidenschaftlich! (Schwester Birgit Stollhoff)

Zum Autor

Schwester Birgit Stollhoff gehört dem Orden der Congregatio Jesu an.

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Priesterleben

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