Impuls von Max Kronawitter Die Welt lässt sich verändern

06.01.2019

Max Kronawitter hat vor 20 Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Dass es mittlerweile in Gaststätten verboten ist, stimmt ihn hoffnungsvoll. Daher rät er zum Jahresbeginn: Nehmen Sie sich ruhig etwas vor!

Max Kronawitter ist überzeugt, „die Welt lässt sich verändern“, und rät deshalb zu Beginn des neuen Jahres: „Nehmen Sie sich ruhig etwas vor!“
Max Kronawitter ist überzeugt, „die Welt lässt sich verändern“, und rät deshalb zu Beginn des neuen Jahres: „Nehmen Sie sich ruhig etwas vor!“

Mit dem Rauchen habe ich schon vor 20 Jahren aufgehört. Meinen Hometrainer besteige ich mindestens dreimal pro Woche und auf mein Feierabendbier will ich aus Überzeugung nicht verzichten. Was soll ich mir also vornehmen für das neue Jahr? Oder soll ich mich auch denen anschließen, die Vorsätze ohnehin für sinnlos erachten? Nein, um Gottes willen! Diesmal geht es nicht um Wohlstandsvorsätze.

Während wir Christen in den vergangenen Wochen die Ankunft des Erlösers gefeiert, besungen, meditiert haben, wurde im polnischen Kattowitz darum gerungen, dass eine weitaus negativere Botschaft endlich bei allen ankommt: Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann passiert Schreckliches.

Kann der Klimawandel Christen kaltlassen?

„Jetzt fängt der auch noch an, über den Klimawandel zu reden“, werden einige jetzt denken. Gegenfrage: Verraten wir nicht das Christentum, wenn uns der Klimawandel kaltlässt? Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter erzählt Jesus von zwei Männern, die einen Halbtoten liegen lassen, weil sie keine Zeit haben, sich um ihn zu kümmern. Jesu Appell, die unmittelbare Not wahrzunehmen, ist aktueller denn je: Vor uns liegt die Schöpfung in einem kritischen, bedenklichen Zustand und wir schauen einfach weg, laufen untätig daran vorbei.

Es ist hier nicht der Ort, die Folgen des Klimawandels aufzuzählen. Allein die Tatsache, dass Millionen Menschen ihre Heimat dadurch verlieren und flüchten müssen, wird den Weltfrieden gefährden und betrifft damit jeden von uns.

Max Kronawitter ist katholischer Theologe und Filmemacher.
Max Kronawitter ist katholischer Theologe und Filmemacher. © privat

Nehmen Sie sich ruhig etwas vor!

Das Christentum hat im Laufe der Geschichte seine Stärke stets dadurch unter Beweis gestellt, dass Einsichten zu konkreten Handlungen geführt haben. Wir dürfen nicht lamentieren, „wie gefährlich“ die Erderwärmung sei, sondern müssen eine Antwort geben, was wir dagegen tun wollen.

Mag ein Großteil der Menschen auch wegschauen, verdrängen oder wie manche Staatslenker das Problem sogar leugnen. Uns Christen kann das Schicksal dieser Erde nicht egal sein.

Und deshalb will ich im neuen Jahr bei jeder Extrafahrt meiner Kinder die Frage stellen, ob sie nötig ist. Bei eigenen Reisen soll das Auto nur dann aus der Garage, wenn Bus und Bahn keine Alternative darstellen. Und ich will noch öfter als bisher durch unser Haus gehen, um Stromfresser aufzuspüren. Auch den Hinweis, dass wir zu viel Fleisch essen, werde ich mir nicht verkneifen. Selbst wenn ich damit nerve, ich muss es tun.

Leicht ist es mir vor 20 Jahren nicht gefallen, das Rauchen aufzugeben. Dass der tödliche Qualm mittlerweile sogar in Gaststätten verschwunden ist, stimmt mich hoffnungsvoll. Die Welt lässt sich verändern. Deshalb: Nehmen Sie sich ruhig etwas vor!

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Durchhalten

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