Diakonenweihe im Liebfrauendom Diener seit den Zeiten der Apostel

25.09.2019

Fünf Männer weiht Kardinal Reinhard Marx in einem feierlichen Gottesdienst am Samstag, 28. September, um 9 Uhr im Münchner Liebfrauendom zu Diakonen. Alle Weihekandidaten sind verheiratet und haben Kinder.

Am 28. September werden fünf Männer im Münchner Liebfrauendom zu Ständigen Diakonen geweiht.
Am 28. September werden fünf Männer im Münchner Liebfrauendom zu Ständigen Diakonen geweiht. (Archivbild) © Kiderle

München – Immer wieder machen sich Menschen auf einen außerordentlichen Weg, einem inneren Ruf zu folgen, der sie zum wahren, erfüllenden Ziel ihres Lebens führt. Für solche Menschen wird Christus zu ihrem eigenen, ganz persönlichen Weg im Sinne des Wortes Jesu: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Dieses Leitwort zu ihrer Diakonenweihe haben sich dieses Jahr fünf Männer über ihren Namen und ihren weiteren Lebensweg geschrieben und folgen damit ihrer ganz eigenen Berufung zum Diakon: Stephan Kauschinger (37), verheiratet und Vater von zwei Kindern, lebt in Dachau und ist von Beruf Finanzwirt. Er ist als nebenberuflicher Diakon im Pfarrverband Dachau-Heilig Kreuz und St. Peter vorgesehen. Christoph Laumann (49) lebt in Landsberied, Landkreis Fürstenfeldbruck. Der IT-Projektleiter ist verheiratet und hat drei Kinder. Er wird als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Grafrath-Schöngeising arbeiten. Zoran Mandic (50), verheiratet und Vater von drei Kindern, lebt in München und ist Pastoralreferent. Er wird als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Vaterstetten eingesetzt werden. Clemens Rude (51) lebt in Oberbergkirchen, Landkreis Mühldorf. Der Betriebswirt ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist als nebenberuflicher Diakon in den Pfarrverbänden Neumarkt-St. Veit und Schönberg vorgesehen. Robert Scheingraber (52) lebt in Bergkirchen, Landkreis Dachau. Der verheiratete Vater von drei Kindern ist Kirchenmusiker und wird als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Eichenau-Alling tätig sein.

Ohr des Bischofs

Der Diakon ist ein Hörender auf den Ruf und das Wort Gottes und zugleich ein Hörender mit dem Ohr stets dicht am Leiden und an der Not, aber auch an Hoffnung und Freude der Menschen. So ist der Diakon auch Ohr des Bischofs. Den Dienst des Diakons kennt die Kirche seit der Zeit der Apostel. Das Zweite Vatikanische Konzil belebte nach fast tausend Jahren den Ständigen Diakon als eigenständige Stufe im dreigliedrigen Weihesakrament neu. Vor 49 Jahren wurden die ersten Ständigen Diakone in unserer Erzdiözese München und Freising geweiht. Mit den fünf am 28. September neu Geweihten gibt es in der Erzdiözese 291 Ständige Diakone. 126 von ihnen üben den Dienst hauptberuflich aus, 51 gehen weiter ihrem Beruf nach und wirken als Diakone mit Zivilberuf, 114 sind mittlerweile im Ruhestand. Auf dem Weg der Ausbildung befinden sich derzeit 39 Männer.

An den Rändern

Der Einsatz der Ständigen Diakone erstreckt sich auf alle Bereiche der Seelsorge. In besonderer Weise sind sie zum diakonischen Dienst an den Armen, Kranken, Behinderten, Alten, Migranten und Flüchtlingen gesandt – zu den Menschen in Not oder am „Rande“ unserer Gesellschaft. Dabei halten sie die Verbindung der Kirche zu allen in ihrem Bereich sozial-karitativ tätigen Personen und Institutionen lebendig. Ständige Diakone verrichten den in den entsprechenden Ordnungen festgelegten Dienst des Diakons in der Messfeier und predigen dort auch. Sie leiten Wortgottesfeiern, stehen Taufen und Begräbnisfeiern vor oder assistieren bei der Eheschließung. In ihrem Wirken am Altar bringen sie die Ausgegrenzten und ihre Anliegen in die Mitte der feiernden Gemeinde. Sie stehen dort auch stellvertretend für alle, die kein Ansehen und keine Stimme haben, aus welchem Grund auch immer. Umgekehrt zieht der Diakon Geist und Kraft aus seinem liturgischen Dienst für sein ganz praktisches karitatives Wirken „an den Rändern“ und über diese hinaus. Im Religionsunterricht und in der außerschulischen Sakramenten-Vorbereitung bringt er jungen Menschen den Glauben nahe.

Zivil- oder Hauptberuf

Ständige Diakone gibt es mit Zivilberuf oder Hauptberuf. Der Diakon mit Zivilberuf arbeitet weiter in seinem gewohnten Metier. Er gibt der Kirche gerade dort in der Arbeitswelt ein Gesicht, wo Glaube und Religion kaum oder gar nicht mehr vorkommen. Seine diakonischen Dienste übt er in der Regel in seiner Freizeit in seiner Wohnsitz-Seelsorgeeinheit aus. Der hauptberufliche Diakon steht Vollzeit im Dienst der Erzdiözese. Er arbeitet in einer Seelsorgeeinheit oder an Stellen mit besonderen Anforderungen wie im Krankenhaus oder einer Senioren- oder Behinderteneinrichtung. (hb)

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