Zentralkomitee der Katholiken Diksussion über "Synodalen Weg" der Kirche

10.05.2019

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken debattiert in Mainz unter anderem über Frauen in kirchlichen Ämtern und den von den Bischöfen vorgeschlagenen "Synodalen Weg". Auch die kirchliche Sexualmoral ist ein Thema.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Thomas Sternberg
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg © kna

Mainz – Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist am Freitag in Mainz zu seiner zweitägigen Frühjahrsvollversammlung zusammengekommen. Am Vormittag wird ZdK-Präsident Thomas Sternberg seinen "Bericht zur Lage" vorstellen. Danach wird die bevorstehende Europawahl Thema sein, zu der das Plenum einen Wahlaufruf verabschieden will. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wird eine Rede dazu halten. Sie ist Mitglied im ZdK.

Am Freitagnachmittag ist ein Beschluss für einen möglichen Umzug des ZdK-Generalsekretariats von Bonn nach Berlin vorgesehen. Bereits bei der Herbstvollversammlung 2018 war über einen Umzug des seit den 1950er Jahren in Bonn ansässigen Generalsekretariats debattiert worden. Verschiedene Optionen wurden durchgespielt, darunter ein Verbleib in Bonn mit Errichtung eines Verbindungsbüros in Berlin und ein kompletter Umzug in die Hauptstadt.

Kirchliche Sexualmoral habe sich von der Lebenswirklichkeit entfernt

Sternberg hält ein zeitweises "Schweigen" des kirchlichen Lehramts zu Fragen der Sexualmoral für angebracht. Der Präsident des ZdK sagte am Freitag: "Vielleicht sollte das Lehramt zu diesen Fragen einfach eine Zeit lang schweigen und diese Themen der Theologie und dem Glaubenssinn der Gläubigen, vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ihren hoch geschätzten und wichtigen Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen überlassen".

Dann könne es möglicherweise gelingen, im Themenbereich Sexualität Vertrauen zurückzugewinnen und wirkliche Hilfestellung zu geben, sagte Sternberg in seinem "Bericht zur Lage" vor der ZdK-Vollversammlung unter großem Applaus.

Die kirchliche Sexualmoral habe sich seit rund fünfzig Jahren so weit von der Lebenswirklichkeit der Menschen entfernt, dass sie kaum noch auf Akzeptanz stoße. Dies gelte spätestens seit dem Erscheinen der Enzyklika "Humanae vitae" 1968 mit dem Verbot der so genannten "künstlichen" Empfängnisverhütung. Erst Papst Franziskus habe mit seiner Schrift "Amoris laetitia" erste Schritte der Wiederannäherung an das Lebensgefühl der Gläubigen gemacht.

Thema: Frauen in kirchlichen Ämtern

In Mainz diskutieren die rund 230 Mitglieder des höchsten Gremiums des deutschen Laien-Katholizismus zudem über das Thema "Frauen in kirchlichen Ämtern". Ein Beschluss ist zu dem von den Bischöfen vorgeschlagenen "Synodalen Weg" zur Erneuerung der Kirche geplant. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße wird in seiner Funktion als "Geistlicher Assistent des ZdK" über die entsprechenden Beratungen in der Bischofskonferenz berichten.

Ferner dürfte das ZdK-Plenum den Beschluss fassen, zum 103. Deutschen Katholikentag 2024 nach Erfurt einzuladen. Am Samstag wird der Präsident des Bundesverwaltungsgerichts, Klaus Rennert, über die "Notwendigkeit einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit" referieren. (kna)

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