Wohnungsnot Diözesanrat fordert mehr bezahlbaren Wohnraum

16.12.2019

Der Diözesanrat der Erzdiözese sieht Kirchen, Kommunen und Privatpersonen in der Pflicht der prekären Lage um Wohnraum entgegenzuwirken. Dabei gibt es ganz konkrete Ideen.

In der Münchner Innenstadt ist Wohnraum besonders knapp und teuer.
In der Münchner Innenstadt ist Wohnraum besonders knapp und teuer. © imago/Ralph Peters

München – Der Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising fordert von Kirche, Kommunen und Privatpersonen die konsequente Förderung von bezahlbarem Wohnraum. Die Bewältigung dieser Aufgabe werde zunehmend zur "drängenden sozialen Frage unserer Zeit" heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung. Von kirchlichen Akteuren verlangte das Gremium eine entsprechende Selbstverpflichtung. Auch Privatpersonen sollten ihre Ansprüche und Verantwortung überprüfen und zum Beispiel Nachverdichtungsprojekte nicht blockieren, hieß es.

An die Kommunen gerichtet erklärt der Diözesanratsvorstand, die zentrale Herausforderung sei es nicht, neuen Wohnraum zu schaffen, sondern ausreichend bezahlbaren und angemessenen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das Gremium spricht sich unter anderem für feste Quoten für den sozialen Wohnungsbau sowie einen Vorrang von Baugenossenschaften und -gemeinschaften bei der Vergabe von Bauland aus. Zudem brauche es "eine gerechte Bodenordnung, da der Anstieg der Bodenpreise die Haupttriebfeder für die steigenden Wohnkosten in Ballungsräumen ist". Eine mögliche Maßnahme sei die Besteuerung von Gewinnen aus der Spekulation mit Grund und Boden.

Es geht um Glaubwürdigkeit

Der Diözesanratsvorstand spricht in dem Papier auch die eigene Erzdiözese an. Weil diese über etliche Liegenschaften und Immobilien verfüge, sei es "eine Anfrage an ihre Glaubwürdigkeit", wie sie, die Kirchenstiftungen und andere kirchliche Rechtsträger damit umgingen. So müsse für die Vergabe von Erbpachtgrundstücken ein verbindlicher Kriterienkatalog ausgearbeitet werden, "bei dem neben dem Werterhalt auch soziale und ökologische Kriterien den Ausschlag geben". Die Kirche könne außerdem bezahlbaren Wohnraum schaffen, indem sie geeignete Pfarrhäuser, Wohnungen und Grundstücke für Zwischen-Nutzungen freigebe, zum Beispiel für Studenten-WGs.

Lob zollt der Diözesanrat in dem Papier unter anderem dem Katholischen Siedlungswerk München. Dessen Entscheidung vom Sommer, die Mieten für die eigenen 3.000 Wohnungen für mindestens drei Jahre nicht mehr anzuheben, sehe man als "einen wichtigen symbolträchtigen Schritt". (kna)


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