Don Bosco Fest Don Bosco und Social Media

26.01.2020

Von Beauty-Channels bis zur Online-Lebenshilfe: Beim Auftakt des Don Bosco Festes im Salesianum in München Haidhausen ging es neben der Verleihung des Don Bosco Spatzes um Herausforderungen und Chancen des Internets für die kirchliche Jugendarbeit.

Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Medienpreises „Don Bosco Spatz“. © SMB

Um junge Leute zu begleiten, muss man versuchen, sie zu verstehen. Das war schon zu Zeiten Don Boscos so und hat sich bis heute nicht geändert. Was sich allerdings stetig verändert hat, ist die Welt, in der wir leben, die Realität der Jugendlichen, in die es sich einzufühlen gilt. Besonders in den letzten Jahren hat sich hier eine Entwicklung vollzogen, die gerade für die ältere Generation oft verwirrend ist: Die Auslagerung von Kommunikation, Unterhaltung und Wissensvermittlung in die virtuelle Welt. Um diese Entwicklung besser zu verstehen, vielleicht sogar mitgestalten zu können, widmete sich der Auftakt des diesjährigen Don Bosco-Festes ganz dieser Thematik.

Pater Bernd Hagenkord SJ, der ehemalige Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, warf schon in der Vesper, die dem Festabend vorausging, eine entscheidende Frage auf: Was braucht es heutzutage, um Jugendliche zu erreichen? „Typen“, stellte er fest. „Die Kirche braucht Typen, und Don Bosco war so jemand.“ Auch das Internet brauche „Typen“, denn auch dort könne Begegnung stattfinden.

Social Media und Jugendseelsorge

Doch um junge Menschen im Internet zu erreichen, ist es notwendig zu verstehen, was sie dort eigentlich machen, auf welchen Netzwerken sie aktiv sind und warum. Diesem komplexen Themengebiet widmete sich der erste Programmpunkt des Festabends im Münchner Salesianum. „OMG?! Jugend und Kirche in Social Media“ lautete der Titel des Impulsvortrags von Sonja Lexel, Referentin für jugendpastorale Grundsatzfragen der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der deutschen Bischofskonferenz. Mit Hilfe von Statistiken verdeutlichte sie zunächst die Omnipräsenz der virtuellen Welt im Leben Jugendlicher, bevor sie dem Publikum einige bei Jugendlichen besonders beliebte Instagram- und Youtube-Auftritte präsentierte. „Online werden alle Themen des Lebens angesprochen, die Jugendlichen suchen hier durchaus auch nach Orientierung und Werten“, erklärte die Religionspädagogin und Theologin. Es sei auch für die Kirche eine Chance, die Potentiale der sozialen Netzwerke zu nutzen, Wertebildung mitzugestalten und in Lebensfragen online Orientierung zu bieten, bekräftigte sie.

Auf dem Campus Don Bosco versuche man zunehmend, medienpädagogische Inhalte in den Alltag zu verwurzeln. Sogar eine kleine Studie hat bereits stattgefunden, die Pater Pawel Klos, Martina Edenhofer, Pastoralbeauftragte des Salesianums, und Christoph Horner, Leiter der Caritas Don Bosco Berufsfachschule für Kinderpflege, am Abend vorstellten. In einer hauseigenen Umfrage hatten sie in den vergangenen Wochen Jugendliche zu ihrem Medienkonsum befragt. Die Studie soll in den nächsten Monaten noch ausgeweitet und im Rahmen eines medienpädagogischen Fachtags am 24. November eingeordnet und fachlich unterfüttert werden.

Zweiter Höhepunkt des Abends war die Verleihung des mit insgesamt 3.000 Euro dotierten Medienpreises „Don Bosco Spatz“ an Journalisten, die auf die aktuellen Herausforderungen junger Menschen und auf neue Ansätze der pädagogischen Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen.  Dieses Jahr wurden 70 Beiträge aus Fernsehen, Hörfunk, Print- und Onlinemedien eingereicht.

Die Last eines Lebens

Der erste Preis ging dabei Thomas Hauswald für seinen Film „Zuhause auf Zeit. Wenn Jugendliche nicht mehr weiterwissen“, der im März 2019 in der ARD ausgestrahlt wurde. Hauswald erzähle – filmisch exzellent – die Geschichte von zwei „waschechten Don Boscos“, die Jugendlichen in einer Einrichtung im Osten Dachaus wieder eine Perspektive für ihr Leben geben, berichtete Laudator Stefan Eß, geschäftsführender Direktor des St. Michaelsbundes in München. Er hatte zusammen mit Barbara Brustlein, Chefredakteurin des missio magazins, Rolf Pitsch, Geschäftsführer der Bonifatius GmbH in Paderborn, und Pater Alfons Friedrich, Geschäftsführer der Don Bosco Medien GmbH, die Jury gebildet.Der zweite Preis ging an den Journalisten Philipp Maußhardt für seine Geschichte „Auf eigene Faust“, der Redakteur Christoph Brüwer bekam den dritten Preis des Abends verliehen für seinen Text „Die Last eines Lebens“.

„Wir haben gute Einblicke bekommen in die Fragestellung ,Jugend und Digitale Welt´ und mit der Verleihung des Don Bosco Spatzes erfahren können, wie junge Filmemacher sich mit dem Thema Jugendarbeit auseinandersetzen,“ resümiert der Moderator des Abends, Pater Alfons Friedrich. Einen eigenen Instagram-Account hat der Salesianerpater nicht. „Aber“, bekräftigt er „ich stehe dem ganzen offen gegenüber. Wenn wir etwas Sinnvolles verwirklichen können, bin ich nicht dagegen, sondern dabei.“ (Katharina Zöpfl)


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