Highlights aus dem Bereich Religion Drei Tipps für das Filmfest München

26.06.2019

Am Freitag startet das 37. Filmfest München mit den ersten Vorführungen für das Publikum. Hier sind drei Filmtipps, die sich mit Glaube und Religion auseinandersetzen.

Max Simonischek spielt den Reformator Huldrych Zwingli.
Max Simonischek spielt den Reformator Huldrych Zwingli. © Filmfest München 2019

München – Am Donnerstagabend, 27. Juni, wird das 37. Filmfest München mit der schwarzen Komödie "The Art Of Self-Defense" eröffnet. Bis zum 6. Juli feiern zahlreiche Filme aus dem In- und Ausland in der bayerischen Landeshauptstadt Premiere. Dazu werden internationale Stars wie Antonio Banderas und Ralph Fiennes zu Gast sein und für ihre Verdienste um das Kino geehrt. Mit dabei sind auch einige vielversprechende Streifen, die sich mit Religion und Spiritualität auseinandersetzen. mk online stellt Ihnen drei davon vor.

Zwingli - der Reformator

In diesem Spielfilm über die Zeit der Reformation geht es mal nicht um Luther, sondern wie der Titel schon verrät um dessen Schweizer Zeitgenossen Huldrych (Ulrich) Zwingli. Dieser legte im 16. Jahrhundert in Zürich den Grundstein für die Reformierte Kirche, die im Protestantismus die zweite große Strömung neben den Lutheranern darstellt. Das Historiendrama zeigt, wie sich Zwingli gegen die kirchliche Ordnung auflehnt und wie die Machtkämpfe innerhalb der Kirche sogar auf einen Bürgerkrieg zusteuern. Hier können Sie sehen, wann "Zwingli" auf dem Filmfest läuft.

"Saturday Afternoon" zeigt, wie Terroristen ein Café im Zentrum von Dhaka überfallen.
"Saturday Afternoon" zeigt, wie Terroristen ein Café im Zentrum von Dhaka überfallen. © Filmfest München 2019

Saturday Afternoon

Das Filmfest setzt sich natürlich auch wieder mit dem Thema religiöser Fundamentalismus auseinander. Zum Beispiel im Film „Saturday Afternoon“, der aus Bangladesch kommt. Der Streifen wurde in einer einzigen Einstellung gedreht und basiert auf einem grausamen Attentat aus dem Jahr 2016. Die Handlung zeigt, wie Terroristen ein Café im Zentrum von Dhaka überfallen, der Hauptstadt von Bangladesch. Sie trennen die Gäste in religiöse Gruppen und töten die ausländischen Geiseln. Die wenigen Überlebenden, allesamt Muslime, versuchen, trotz der Situation irgendwie ihre Menschlichkeit zu bewahren.

Der Film versucht die Hintergründe der Tat zu erklären, vor allem auch welche Widersprüche in den jeweiligen Ideologien und Religionen stecken. Hier geht es zu den Vorführungen auf dem Filmfest München.

Neben einem Regierungsgebäude in den USA wollen die Satanisten eine Statue des heidnischen Gottes Baphomet errichten.
Neben einem Regierungsgebäude in den USA wollen die Satanisten eine Statue des heidnischen Gottes Baphomet errichten. © Filmfest München 2019

Hail Satan?

Dieser Dokumentarfilm verspricht auf eine augenzwinkernde Art "höllisches" Filmvergnügen: Es geht um Satanisten, die für Religionsfreiheit kämpfen. Und natürlich kann sich diese Begebenheit irgendwie nur in den USA abspielen, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Der Film begleitet die Mitglieder der anerkannten Kirche „The Satanic Temple“, die aber gar nicht so böse sind, sondern einfallsreich und mit hintergründigem Witz für die Trennung von Kirche und Staat kämpfen und gegen korrupte geistliche Autoritäten.

Hier geht es zu den Spielzeiten von "Hail Satan?".

Fritz-Gerlich-Filmpreis

Am Montag, 1. Juli, verleiht die katholische Kirche im Rahmen des Filmfests zum achten Mal den Fritz-Gerlich-Filmpreis. Er ist nach dem von den Nationalsozialisten ermordeten Münchner Publizisten benannt, der mit seiner Wochenzeitung "Der gerade Weg" Adolf Hitler noch vor dessen Machtergreifung stoppen wollte. Der jährlich im Rahmen des Münchner Filmfestes verliehene Preis ist Filmkünstlern und ihren Werken gewidmet, die sich wie der Namensgeber gegen Intoleranz engagieren und sich für eine "Menschen verbindende, friedvolle und demokratische Gesellschaft" einsetzen.

Der Autor
Klaus Schlaug
Online-Redaktion
k.schlaug@st-michaelsbund.de

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