Kapuziner in Rosenheim Ehemaliges Kloster wird Studierendenwohnheim

09.03.2021

Nachdem die Kapuziner ausgezogen sind, sollen nach umfassenden Renovierungen schon in einem Jahr Studierende einziehen. Beim Umbau wird auf Nachhaltigkeit geachtet.

Studierende
Schon im Sommersemester 2022 können Studierende in das neu renovierte Studierendenheim einziehen. © BullRun - stock.adobe.com

München/Rosenheim – Im ehemaligen Kapuzinerkloster Sankt Sebastian in Rosenheim sollen bald Studentinnen und Studenten ein neues Zuhause finden. Wie die Erzdiözese München und Freising am Dienstag mitteilte, wird in ihrem Auftrag das Areal zu einem Wohnheim umgestaltet. Bereits zum Sommersemester 2022 sollen die 60 entstehenden Wohnheimzimmer bezugsfertig sein und zu Preisen deutlich unterhalb der marktüblichen Miete angeboten werden.

Wohnraum für soziale Gerechtigkeit

Zur sozialen Gerechtigkeit und zur Bildungsgerechtigkeit gehöre, dass Studierende, denen weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stünden, geeigneten Wohnraum fänden, um ihrem Studium gut nachgehen zu können, sagte Generalvikar Christoph Klingan. "Dazu wollen wir als Kirche beitragen." Die Gesamtkosten für den Umbau und den nachhaltig gestalteten Neubau betragen demnach voraussichtlich 8,4 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern fördere das Projekt mit 1,9 Millionen Euro.

Nach dem Auszug der Kapuziner 2017 beginnt laut Mitteilung nun die Kernsanierung und Erweiterung des ehemaligen Klostergebäudes. Bis März 2022 solle eine Wohn- und Gemeinschaftsfläche von fast 1.800 Quadratmetern in zwei Gebäudeteilen zur Verfügung stehen. Den ursprünglichen Anbautrakt, der aus Denkmalschutzgesichtspunkten nicht erhaltungswürdig gewesen sei, habe man entfernt und in Massivholz-Bauweise neu angelegt.

Wohnheimplätze nicht konfessionsgebunden

Das bringe ökologische und ökonomische Vorzüge mit sich, hieß es. Dazu gehörten eine kürzere Bauzeit, geringeres Gewicht, weniger Dämmungsbedarf und eine höhere Energieeffizienz. Der Bezug von regionalem Holz für den Bau optimiere zudem den CO2-Ausstoß der Lieferkette. In dem neuen Anbautrakt entstünden 33 Zimmer mit einer Größe zwischen 21 und 24 Quadratmetern sowie ein 27 Quadratmeter großes barrierefreies Zimmer im Erdgeschoss, jeweils inklusive Bad mit Dusche und WC. Zum Kochen werde eine Gemeinschaftsküche in jedem der drei Stockwerke zur Verfügung stehen.

Im kernsanierten Bestandsgebäude seien 27 Zimmer mit einer Wohnfläche von 13 bis 21 Quadratmetern eingeplant, davon 17 mit je eigener Sanitärzelle sowie zehn Zimmer mit gemeinschaftlichen Sanitärbereichen und ebenfalls einer großen Gemeinschaftsküche pro Stockwerk. Im Erdgeschoss könnten eine Kapelle und der Garten genutzt werden. Die Wohnheimplätze sollen nicht konfessions- oder religionsgebunden vergeben werden. (kna)


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