Forderung der Caritas Ehrenamtliche sollen gratis Bahn fahren

23.08.2019

Ab dem kommenden Jahr dürfen Soldaten in Uniform kostenlos die Bahn nutzen. Die Caritas in der Erzdiözese München und Freising fordert, dass eine solche Regelung auch für ihre Ehrenamtlichen und Teilnehmer von Freiwilligendiensten gelten sollte.

Die Caritas fordert, dass auch ihre Ehrenamtlichen kostenlos mit der Deutschen Bahn reisen dürfen.
Die Caritas fordert, dass auch ihre Ehrenamtlichen kostenlos mit der Deutschen Bahn reisen dürfen. © hanohiki - stock.adobe.com

München – In der Diskussion um Gratis-Bahnfahrten für Soldaten der Bundeswehr oder Teilnehmer von Freiwilligendiensten hat sich die Caritas in der Erzdiözese München und Freising mit einem neuen Vorschlag eingebracht: "Auch unsere Ehrenamtlichen sollten die Züge der Deutschen Bahn kostenlos verwenden dürfen", sagte Caritasvorstand Thomas Schwarz mk online. Die Ehrenamtlichen würden einen direkten Dienst an den Menschen leisten, "der großen Respekt und Dank braucht". Ohne Ehrenamtliche und auch Freiwilligendienste könnte der Caritasverband viele seiner Angebote nicht mehr "in dieser Qualität" aufrechterhalten, so Schwarz. "Sie leisten in der Erfüllung unserer Aufgaben einen großen und wichtigen Beitrag."

Für ein Taschengeld

Schwarz begrüßte ausdrücklich den Vorstoß des Paritätischen Gesamtverbands, der Freifahrten mit der Bahn für alle gefordert hatte, die einen Freiwilligendienst leisten . Der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider, hatte der Neuen Osnabrücker Zeitung am Donnerstag gesagt, die Bundesregierung sollte im Kontext von Freifahrten ihren Blick "auf die 100.000 überwiegend jungen Menschen in den Freiwilligendiensten richten, die hier für ein Taschengeld von maximal 400 Euro im Monat echten Einsatz für unser Gemeinwesen leisten." Caritasvorstand Schwarz möchten diesen Vorschlag nun auch auf die Ehrenamtlichen ausweiten. Alleine im Caritasverband der Erzdiözese würden sich über 10.000 Menschen ehrenamtlich engagieren, mehrere hundert arbeiteten im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Letztere seien beispielsweise in Altenheimen oder anderen Wohnangeboten tätig.

Caritasvorstand Thomas Schwarz
Caritasvorstand Thomas Schwarz © Thomas Klinger/Caritas München

Gesellschaftliche Anerkennung

Schwarz ist sich sicher, dass die Ehrenamtlichen und Freiwilligen in ihren jeweiligen Einrichtungen Dank und Anerkennung erfahren. "Was hingegen nicht so stark ausgeprägt ist, ist die gesellschaftliche Anerkennung dieser Dienste", betont der Vorstand, der bei der Caritas für die Bereiche Wirtschaft, Behindertenhilfe und Bildung verantwortlich ist. Es sei wichtig, so Schwarz, hier noch viel deutlicher zu zeigen, "dass wir diese Dienste als Gesellschaft wollen und auch anerkennen".

Am vergangenen Samstag, 17. August, gab das Bundesverteidigungsministerium bekannt, dass ab dem 1. Januar 2020 alle Soldatinnen und Soldaten in Uniform kostenlos Bahn fahren können - sowohl im Fern- wie auch im Regionalverkehr. Darauf habe man sich mit der Deutschen Bahn verständigen können. Die Bahn erhalte dabei von der Bundeswehr eine pauschale Vergütung, die regelmäßig evaluiert werde. „Die Bundeswehr wird damit sichtbarer in unserer Gesellschaft. Das ist ein gutes Zeichen“, erklärte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. (ksc/lb).


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