Friedhof Perlacher Forst Ehrenhain für NS-Opfer neu gestaltet

02.09.2021

Der Ehrenhain erinnert seit 1950 an die Opfer von NS-Verbrechen. Nun wurden unter anderem Glastafeln mit den Namen der Opfer aufgestellt.

Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, bei dem Gedenkakt auf dem Friedhof am Perlacher Forst. © Stiftung Bayerische Gedenkstätten

München - Auf dem Friedhof am Perlacher Forst in München ist der Ehrenhain I neu gestaltet worden. Er erinnert seit 1950 an die Opfer von NS-Verbrechen. Nun informieren Hinweisflächen über die historischen Hintergründe der Anlage, und zwölf Glastafeln tragen die Namen von rund 4.000 Opfern, wie das Kultusministerium in München mitteilte. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung und des Polnischen Generalkonsulats in München.

Bei einem Gedenkakt am Mittwoch anlässlich der Neugestaltung sagte Stiftungsdirektor Karl Freller, es sei ihm eine große Ehre und Verpflichtung, den Menschen am 1. September, an dem sich der deutsche Überfall auf Polen zum 82. Mal jährt, ihre Namen wiedergeben zu können. Damit werde dieser Ehrenhain zu einem neuen Erinnerungsort. Dort sind 3.996 KZ- und Euthanasie-Opfer aus 17 Nationen bestattet.

Viele polnische Opfer

Die Stadt München errichtete 1950 den ursprünglichen Ehrenhain. Unter den 44 Grabplatten befinden sich die Urnen der Opfer. 3.972 seien namentlich bekannt, hieß es. In den Urnen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Krematorium des Münchner Ostfriedhofs gefunden worden seien, befänden sich die Asche von mehr als 3.000 Gefangenen des KZ Dachaus, die zwischen 1933 und 1942 dort starben oder im Rahmen der Aktion 14f13 in die Tötungsanstalt Hartheim gebracht und dort ermordet worden seien. Mehr als 2.000 der Opfer waren Polen.

Auch die Asche von KZ-Opfern aus den Konzentrationslagern Auschwitz, Buchenwald, Mauthausen und Flossenbürg sowie die Asche von Euthanasie-Opfern aus den Tötungsanstalten Sonnenstein, Bernburg, Grafeneck und Hartheim wurden beigesetzt. Unter ihnen seien sieben katholische Geistliche, die zu den "Seligen Märtyrern von Dachau" zählten, deren Grabstätten jedoch bisher unbekannt gewesen seien. (kna)


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