Sommerrätsel Münchner Kirchenzeitung Ein Bischof aus Freising

08.08.2017

Die Münchner Kirchenzeitung sucht in ihrem Sommerrätsel die Nachbarbistümer. Rätseln Sie mit und gewinnen Sie eine Pilgerreise in die Schweiz.

Blick auf die Bischofsstadt der gesuchten Diözese © Fotolia

Im gesuchten österreichischen Bistum endete eine geistliche Karriere, die in Freising begonnen hatte Wirklich? Haben wir eine gemeinsame Grenze? So fragte zunächst auch der Verfasser dieses Beitrags, als es um das dritte österreichische Nachbarbistum unserer Erzdiözese ging. Aber die Kartografen des Ordinariats schufen Klarheit: Immerhin auf einer Strecke von rund 15 Kilometern ist die Salzach der Grenzfluss nicht nur zwischen Bayern und Oberösterreich, sondern auch zwischen den beiden Bistümern. Fridolfing und Tittmoning markieren diesen Abschnitt am linken, die Orte St. Pantaleon und St. Radegund am rechten Flussufer.

Jahrhundertelang unterstand das Gebiet des gesuchten Bistums dem Bischof von Passau. Dessen riesige Diözese umfasste ja vom frühen Mittelalter an den gesamten Donauraum bis hinter Wien. Im Zeitalter der Aufklärung allerdings störte sich Kaiser Joseph II. daran, dass ein „ausländischer“ Bischof Oberhirte eines Großteils von Österreich war. So nutzte er 1783 die Vakanz des Passauer Bischofsstuhls zu einer „Diözesanregulierung“. Ohne Mitwirkung der römischen Kurie und des Bistums Passau ernannte er einen eigenen Bischof für Oberösterreich und errichtete damit faktisch ein neues Bistum. Der Papst gab erst zwei Jahre später seine Zustimmung zu diesem eigenmächtigen Akt. Der vom Kaiser berufene erste Diözesanbischof stammte aus altem österreichischem Adel: Ernest Leopold Johann Nepomuk Reichsgraf von Herberstein. Seine kirchliche Karriere machte er allerdings überwiegend in Bayern. 1731 in Wien geboren, wurde der jüngste Sohn der Familie schon als 15-Jähriger für den geistlichen Stand bestimmt, was damals nicht ungewöhnlich war. Kaiser Franz I. verschaffte ihm bereits im Jahr darauf eine Domherrnstelle in Freising. Bevor er diese antreten konnte, absolvierte Herberstein Studien in Wien und Rom. In Rom wurde er 1752 zum Doktor der Rechte promoviert und 1754 zum Priester geweiht.

Chancen auf den Freisinger Bischofsstuhl

Nach Rückkehr aus der Ewigen Stadt verlieh ihm der Freisinger Fürstbischof Johann Theodor von Bayern die Stelle eines wirklichen Geistlichen Rates. Der junge Kirchenrechtler wurde also Mitglied der Bistumsverwaltung. 1764 stieg er zum Vizepräsidenten des Geistlichen Rats (der Vorgängerbehörde des heutigen Ordinariats) auf. Drei Jahre später berief Fürstbischof Clemens Wenzeslaus von Sachsen den nun 36-jährigen Herberstein zu seinem Weihbischof. Am 8. März 1767 erteilte er ihm im Freisinger Dom die Bischofsweihe. Weitere Aufgaben und Ehrenstellen folgten. 1769 rechnete sich Herberstein sogar Chancen auf den Freisinger Bischofsstuhl aus, allerdings vergeblich. Wenig glanzvoll waren die finanziellen Verhältnisse des adeligen Weihbischofs. Immer wieder musste sich das Freisinger Domkapitel mit seinem Schuldenwesen befassen und die Gläubiger zu beschwichtigen versuchen.

Gemälde Bischof Herbersteins © Jelinek

Da war es Herberstein wohl willkommen, dass er 1776 vom Passauer Fürstbischof zum Generalvikar für den Bistumsteil östlich der Enns mit Sitz in Wien berufen wurde. Seine gewissenhafte Amtsführung dürfte den Ausschlag dafür gegeben haben, dass Kaiser Joseph II. ihn für den neuen oberösterreichischen Bischofsstuhl auswählte. Die Inthronisation am 1. Mai 1785 erfolgte in der ehemaligen Jesuitenkirche seiner nunmehrigen Bischofsstadt, die als Kathedrale diente, bis 1909 der Neue Dom diese Funktion übernahm. (Dass der Komponist Anton Bruckner hier von 1855 bis 1868 als Domorganist tätig war und 1864 seine große Messe in d-Moll erstmals aufführte, sei als zusätzlicher Hinweis für musikliebende Leser gegeben.)

Nach nur dreijährigem, verdienstvollem Wirken als Diözesanbischof starb Ernest Leopold von Herberstein 1788. Seine (vorerst) letzte Ruhe fand er in der Gruft des Alten Doms. Auch in den Sitzungsprotokollen des Freisinger Domkapitels ist sein Tod vermerkt, denn er hatte sein hiesiges Domkanonikat auch als österreichischer Diözesanbischof beibehalten. Das Kapitel beging deshalb die Exequien wie bei jedem Domherrn, jedoch in recht bescheidener Form – wegen der Schulden, die der „hochselige“ Verstorbene in Freising hinterlassen hatte. (Roland Götz/Abteilungsleiter im Archiv des Erzbistums München und Freising und Erzbischöflicher Notar)

Das Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung blickt heuer über die Bistumsgrenzen hinaus. Das in Folge 3 gesuchte Nachbarbistum der Erzdiözese war Regensburg. 529 Leser haben uns die richtige Lösung zugesandt. Die Gewinner: Einen Büchergutschein im Wert von 50 Euro erhält Gertraud Flagge, München. Einen Büchergutschein über 25 Euro bekommen Anna Kieferl, Wang, und Elisabeth Turi, Ebersberg. Ein Dual-DAB+-Radiogerät geht an Eberhard Spörlein, Traunstein. Am Ende wird aus allen richtigen Einsendungen der Hauptpreis gezogen: eine dreitägige Busreise für zwei Personen zu den Wirkungsstätten des heiligen Nikolaus von Flüe in der Schweiz mit unserem bewährten Rätsel-Partner, dem Bayerischen Pilgerbüro. Bitte schicken Sie die richtige Lösung dieser Rätsel-Folge bis Donnerstag, 24. August, an folgende Adresse: redaktion@muenchner-kirchenzeitung.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Dieser Artikel gehört zum Thema Sommerrätsel 2017

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