Pastoralvisitation Weihbischof Bischof Ein buntes Potpourri

26.10.2018

Weihbischof Wolfgang Bischof visitiert derzeit das Dekanat Wolfratshausen. Wie seine erste Zwischenbilanz ausfällt, lesen Sie hier.

Der Blick in eine Einsatzleitstelle: Schulleiter René Mühlberger veranschaulicht die verschiedenen Ausbildungsbereiche.
Der Blick in eine Einsatzleitstelle: Schulleiter René Mühlberger veranschaulicht die verschiedenen Ausbildungsbereiche. © Kiderle

Geretsried – Nachdem er vor zwei Jahren das Dekanat Bad Tölz visitiert hat, steht dieses Jahr das benachbarte Wolfratshausen auf dem Plan von Weihbischof Wolfgang Bischof. Ein „buntes Potpourri“ habe er auf seiner Visitation bisher erlebt: „Pfarreien, die alle finanziell wie personell unterschiedlich aufgestellt sind und sich durch unterschiedliche Prägungen auszeichnen“, lautet seine erste Zwischenbilanz, die er in Geretsried zog. Entsprechend vielfältig gestalteten sich auch seine bisherigen Gespräche mit Vertretern von Institutionen aus Kirche, Gesellschaft und Politik: In weiterführenden Schulen präsentierten Schülerinnen und Schüler verschiedene Projekte, mit Religionslehrern diskutierte er Themen wie die Lehre von Leben und Evangelium; mit Bürgermeistern sprach er über die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kommunen. Weitere Gespräche, beispielsweise mit Kirchenpflegern, in denen oftmals Bauprojekte im Mittelpunkt stehen, liegen noch vor dem Weihbischof.

Personalmangel und gesellschaftliche Veränderungen

Zwei „Brennpunkte“ stünden bei seinen Pastoralvisitationen immer wieder im Raum: die Sorge um den Personalbestand in den einzelnen Pfarreien und die Reaktion der Kirche auf Veränderungen in der Gesellschaft. Der Personalmangel in den Pfarreien betreffe nicht nur den Beruf des Priesters, sondern alle pastorale Bereiche; verantwortlich für den Personalrückgang und auch die gesellschaftlichen Veränderungen sei unter anderem der demografische Wandel: Kommen nicht genügend junge Menschen nach, leiden Pfarreien und deren Verwaltung ebenso wie ehrenamtliches Engagement und Mitgliedschaften, beispielsweise in Jugendverbänden.

Weihbischof Wolfgang Bischof (Mitte, mit seinem Visitationsteam Andrea Martin und Matthias Friedl) zieht eine erste Zwischenbilanz seiner Pastoralvisitation im Dekanat Wolfratshausen.
Weihbischof Wolfgang Bischof (Mitte, mit seinem Visitationsteam Andrea Martin und Matthias Friedl) zieht eine erste Zwischenbilanz seiner Pastoralvisitation im Dekanat Wolfratshausen. © Kiderle

Viele positive Eindrücke

Doch nicht nur negative Zahlen begegneten dem Weihbischof: Mit rund 800 Menschen kam er während seiner diesjährigen Visitation in Kontakt, hinzu kommen mehrere hundert Besucher in den Abendgottesdiensten. Die Energie und der hohe persönliche Einsatz vieler kirchlich Engagierter berühren den Weihbischof noch immer; diese würden ein stabiles Fundament bilden, auf dem sich so Vieles aufbauen lasse. Selbstkritisch mahnt er: „Dort, wo ein existenzielles Bedürfnis nach der Kirche besteht, muss sie auch für den Menschen da sein!“

Anschauliche Führung durch die Feuerwehrschule Geretsried

Beim anschließenden Termin des Weihbischofs wurde die Verbindung von Kirche und säkularen Institutionen, die der ganzen Bevölkerung zugutekommen, deutlich: In der Feuerwehrschule Geretsried erklärte der neue Leiter René Mühlberger, dass neben den „klassischen“ Aufgaben der Feuerwehr, wie Brand- und Katastrophenschutz, die (Notfall-)Seelsorge eine tragende Rolle spiele. Hier könnten Kirche und Feuerwehr in der Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrkräfte möglicherweise enger zusammenarbeiten, blickt Mühlberger in die Zukunft. (Céline Kuklik)


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