Flüchtlingshilfe Ein Dach über dem Kopf bieten

11.07.2019

Die Wohnungsnot in München trifft viele Teile der Gesellschaft. Manche Menschen leiden besonders darunter.

Wer sich in München schon einmal auf die Suche nach einer Wohnung gemacht hat, der kennt das – es ist schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Das gilt besonders für Menschen, die aus einem anderen Land zu uns kommen: Geflüchtete, die kaum finanzielle Mittel haben, die die behördlichen Abläufe nicht kennen und die bei der Wohnungssuche oft auch benachteiligt und diskriminiert werden. Vor allem alleinstehende Frauen, die schwanger sind oder ein kleines Kind haben, leiden darunter.

Notquartier

Zu der Sorge um das Kind und den Problemen, die ein Leben in einem fremden Land mit sich bringt, kommt dann noch die Angst vor der Wohnungslosigkeit. Das städtische Notquartier „Am Hollerbusch“ will ihnen dabei helfen und bietet Platz für 48 Menschen, die sonst keine Bleibe haben. Die Stadt München weist den Frauen die Plätze zu. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) kümmert sich als Träger vor Ort dann um sie.

Eine der Bewohnerinnen ist Rusty. Ihren Nachnamen möchte sie nicht nennen. Sie stammt aus Uganda und ist vor vier Jahren nach Deutschland gekommen. Vor drei Monaten ist ihr Kind geboren. Sie hat schon viele Einrichtungen durchlaufen und teilweise sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Der Hollerbusch aber sei anders. Hier sei alles gut organisiert, man helfe sich gegenseitig und es gehe sehr familiär zu. Das hören Kirsten Christiansen, die für den SKF als Sozialpädagogin in der Einrichtung arbeitet und Stefanie Willmann als zuständige Fachdienstleiterin gerne. Sie wollen den Frauen unterschwellige Unterstützung bieten und beraten sie auf dem Weg zu einer eigenen Wohnung.

Gute Gemeinschaft

„Es geht erstmal um die Versorgung mit dem Nötigsten, denn viele Frauen, die zu uns kommen, haben nicht viel“, erklärt Christiansen. Danach gehe es darum, dass die Frauen möglichst selbstständig ihren Alltag meisterten. „Die Frauen sind alle füreinander da. Das ist toll“, freut sich die Sozialpädagogin. Rusty bestätigt diesen Eindruck. Sie fühlt sich wohl. Doch das Ziel bleibt: „Ich möchte bald eine eigene Wohnung haben.“

Das Münchner Kirchenradio (MKR) stellt in der Sendung „Total Sozial“ jede Woche einen der vielen sozialen Verbände im Erzbistum München und Freising vor. Sie helfen mit die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern: Integration, Pflege, Inklusion, Jugendhilfe und viele mehr. Die Sendung läuft freitags um 16 Uhr im MKR auf DAB+ und im Webradio.

Der Autor
Lukas Schöne
Radio-Redaktion
l.schoene@st-michaelsbund.de


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