75 Jahre Kriegsende Ein dreiviertel Jahrhundert Pressefreiheit

19.05.2020

Anlässlich des 75. Jubiläums des Erscheinens der ersten Zeitung nach dem zweiten Weltkrieg, würdigte Kanzlerin Angela Merkel die Pressefreiheit. Zu den ersten Zeitungen gehörte auch die Münchner Kirchenzeitung.

Im Laufe der Jahre hat sich das Layout ein wenig verändert. © SMB

München – „Wer die Freiheit liebt, dem ist eine freie Presse unverzichtbar, hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel zum 75. Jahrestag des Erscheinens der ersten Zeitung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fest. Zu den ersten Zeitungen, die in der Nachkriegszeit erscheinen durften, gehört auch die Münchner Kirchenzeitung.

Die Nachrichtenkontrolle der Militärregierung vergibt die Zulassungsnummer 6. Die erste Nachkriegsausgabe erscheint dann am 16. September 1945, Schriftleiter ist der bayerische Dichter Alois Johannes Lippl. In den Kriegsjahren zuvor durfte die Münchner Kirchenzeitung ab 1940 wegen Papiermangel nicht mehr gedruckt werden, aber auch in den Jahren zuvor gab es bereits Schikanen seitens der NS-Regierung. Michael Höck, Priester und Schriftleiter seit 1934, hatte immer wieder zwischen den Zeilen seine Abneigung gegen den Nationalsozialismus durchscheinen lassen. Die Gestapo beschlagnahmte mehrere Ausgaben der Zeitung. Schließlich verhaftet sie Höck 1941 und bringt in zunächst in das KZ Oranienburg und dann nach Dachau. Höck überlebt die Qualen als Sonderhäftling.

In den 1950er Jahren gewinnt die Kirchenzeitung unter Leitung von Prälat Lorenz Freiberger an Bedeutung und beflügelt vom Zweiten Vatikanischen Konzil schreckt sie später auch vor großen gesellschaftlichen Themen nicht zurück. Das Blatt untermauert so seine gesellschaftspolitische Relevanz weit über die katholische Welt hinaus.

1945 steht aber Relevanz noch nicht im Zentrum. Vor allem wird erst einmal aufgeatmet: „Sei vom Bischof gesegnet wie der Diakon vor dem Singen des Evangeliums! Verkünde über Berg und Tal die Frohbotschaft der religiösen Freiheit und Froheit“, schreibt Kardinal Michael von Faulhaber auf der Titelseite der ersten Ausgabe nach 1940. (sch/ts)


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