Pionierinnen der Münchner Frauenbewegung Ein eigenes Gesetz in der Brust tragen

26.03.2018

Seit 1894 treten in München Frauen ein für das Recht auf Bildung, Selbstbestimmung und Erwerbstätigkeit der Frau. Unter ihnen auffallend viele Schriftstellerinnen und Künstlerinnen.

Engagiert in der fürhen Frauenbewegung: Carry Brachvogel (rechts) und die Haushofer-Merks © Eva Jünger_Monacensia

Die Frauenrechtlerinnen sind Mitglieder im Verein für Fraueninteressen, dem Flaggschiff der bürgerlichen Frauenbewegung in Bayern. Den Verein gibt es bis heute. Damals sind es Frauen wie Anita Augspurg, Sophia Goudstikker, Ika Freudenberg, Emma Merk, Marie Haushofer, Carry Brachvogel, Helene Böhlau, Emmy von Egidy und andere, die eine neue Rolle der Frau propagieren, auch in ihren Büchern. Unterstützt übrigens auch von männlichen Kollegen, wie Hermann Obrist oder August Endell. Auch Rilke ist Mitglied im Frauenverein.
Man kann es eigentlich kaum glauben, dass außer einigen Namen wie Lena Christ, Franziska von Reventlow oder Annette Kolb, so viele dieser Münchner Schriftstellerinnnen aus dem frühen 20 Jahrhundert völlig vergessen sind und damit auch ihr Engagement für Frauenrechte. Die Literaturwissenschaftlerin Ingvild Richardsen hat viel Zeit und Leidenschaft investiert, hat aus Archiven und Privatbesitz Dokumente und Objekte für die Ausstellung in der Monacensia zusammengetragen. Die Ausstellung „Evas Töchter“ ist im Münchner Literaturarchiv Monacensia bis 16.September zu entdecken.

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Münchner Schriftstellerinnen prägten die frühe Frauenbewegung

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Buchtipp: Politisch engagiert - Sarah Sonja Lerch

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