Öffentlicher Gottesdienst in Altomünster Ein erster Schritt zur Normalität

04.05.2020

Während anderswo noch Planungen laufen, wie das jüngst herausgegebene Schutzkonzept für Gottesdienste im Erzbistum München und Freising umgesetzt werden kann, hat die Pfarrei St. Alto und St. Birgitta in Altomünster gleich losgelegt.

Priester teilt die Kommunion direkt in der Kirchenbank aus
Die Kommunion empfingen die Gläubigen direkt an ihrem Platz in der Kirchenbank. © SMB/Burghardt

Altomünster – Zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach Ende des Gottesdienstverbots fand am 4. Mai gleich morgens um 8 Uhr der erste öffentliche Gottesdienst in der Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta statt.  Gleich zu Beginn: Gänsehaut beim Orgelspiel, das „in echt“ viel majestätischer klingt als in der Internetübertragung und einen im wahrsten Sinne des Wortes berührt. Pater Bonifatius Heidel sagt zur Begrüßung: „Endlich ist es so weit: Wir dürfen wieder gemeinsam Gottesdienst feiern!“ Ein schönes Gefühl:  Es geht wieder los! Aber die Kirche ist nicht gut gefüllt, lediglich zehn Personen – weniger als üblich an einem Montagmorgen in Altomünster – sind gekommen. Hat noch nicht jeder erfahren, dass wieder Gottesdienste stattfinden, oder kommen manche absichtlich nicht?

Empfang der Kommunion direkt am Platz

Nach dem Evangelium erklärt Pater Bonifatius, wie das Schutzkonzept in Altomünster konkret umgesetzt wird. Neben den Abstandsregeln und der Maskenpflicht kommt dabei der Kommunion besondere Aufmerksamkeit zu: Da mindestens jede zweite Kirchenbank frei gelassen wurde, kann der Pater – selbst mit Mund-Nasen-Schutz und weißen Handschuhen ausgerüstet – jeden einzelnen direkt erreichen und die Kommunion spenden. Wenn die Gläubigen nicht zum Priester kommen, kommt der Priester eben zu den Gläubigen – und alle erhalten den Leib Christi, ohne ihren Platz in der Kirchenbank zu verlassen.

Gemischte Gefühle

Pater Bonifatius, der die Messe mit dem Rücken zum Volk zelebriert, macht kein Geheimnis daraus, dass er die neue Situation mit gemischten Gefühlen sieht: „Ich hoffe und bete, dass die Gottesdienste nicht zum Trauerspiel werden. Aber auch wenn es nicht so feierlich ist wie sonst: Es ist und bleibt eine Begegnung mit dem Auferstandenen.“ Unentschieden in ihrer ersten Einschätzung zeigen sich auch die Gottesdienstbesucher nach der Messe: von der Befürchtung, dass unter diesen Umständen noch mehr Menschen der Kirche fernbleiben könnten, und dem Bedauern, dass keine Mundkommunion möglich sei, bis hin zur „großen Freude“, dass nun wieder gemeinsam Gottesdienst gefeiert werden könne und alles Schritt für Schritt besser werde (Joachim Burghardt)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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