Mariä Lichtmess Ein Hochtag für die Kerze

02.02.2017

Am 2. Februar feiert die katholische Kirche Lichtmess. Viele Menschen gehen in die Kirche zur Kerzenweihe, wobei Weihe eigentlich nicht ganz stimmt.

Kerzen-Segnung zu Lichtmess - ein beliebtes Brauchtum
Kerzen-Segnung zu Lichtmess - ein beliebtes Brauchtum © gudrun-fotolia.com

Segnung oder Weihe?

Die Kerzen werden an Lichtmess gesegnet. „Geweiht werden können nur Personen und Altäre“, erklärt Gemeindereferent Tobias Gaiser aus Riedering. Dass man manchmal „Kerzenweihe“ höre, sei einfach Sprachgebrauch, ähnlich wie an Ostern. Da würden ja die Osterkörberl auch gesegnet, obwohl man „Speisenweihe“ sage.

Lebendiges Brauchtum

Die Kerzensegnung an Lichtmess hat eine lange Tradition und ist um 1000 n. Chr. entstanden. Zwar sei es heute kein überfüllter Gottesdienst mehr, erklärt Gaiser, aber man könne schon feststellen, dass es den Menschen wichtig sei. In Riedering findet die Segnung der Kerzen im Pfarrheim statt und würde vom Frauen- und Mütterverein organisiert. Anschließend gibt es eine Lichterprozession zur Lichtmess-Feier in der Kirche.

Was hat Maria damit zu tun?

Das Fest Lichtmess wurde über viele Jahrhunderte in Verbindung mit der Marienfrömmigkeit gesehen und deshalb auch „Mariä Lichtmess“ genannt. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird es wieder als „Herrenfest“ gesehen und Jesus in den Mittelpunkt gestellt.

Die Lichtsymbolik an dem Tag leitet sich direkt aus dem Evangelium ab. Lukas berichtet: Als Josef und Maria Jesus in den Tempel bringen, werden sie von dem greisen Simeon und der 84-jährigen Witwe Hanna erwartet. Simeon nennt das Kind "ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für sein Volk Israel".

Segnung für alle Kerzen?

Ob tatsächlich noch alle Altarkerzen gesegnet werden, hängt von der Pfarrei ab. In seiner Hauptpfarrei in Riedering sei das so, erzählt Gemeindereferent Tobias Gaiser, in anderen Pfarreien aber nicht. Die Masse der Kerzen sei aber trotzdem in einer Pfarrkirche überschaubar und beispielsweise nicht vergleichbar mit der in einem Kloster.

Besondere "Behandlung" von gesegneten Kerzen

An Lichtmess kann jeder seine Kerzen segnen lassen. Viele Gläubige nehmen das gerne an und kommen mit einer Kerze oder einem kleinen Körbchen mit Kerzen in die Kirche und lassen sie segnen. Meist bekommen die einen speziellen Platz in der Wohnung oder dem Haus und sollen Schutz und Segen bringen. Prinzipiell werde jede mitgebrachte Kerze gesegnet, sagt der Gemeindereferent. Dabei werde natürlich nicht gefragt, was für einen Zweck die Kerze erfüllen soll. Allerdings sei er überzeugt, dass die, die eine Kerze segnen lassen auch keinen „Unfug“ damit anstellen. „Solch eine Kerze ist etwas Besonderes und sollte nicht beim Wellness-Vollbad für Romantik sorgen. Dafür brauche man keine gesegnete Kerze“, erklärt Gaiser lachend. (sts)

Zu Lichtmess gibt es viele Bauernregeln:
„Ist's zu Lichtmess mild und rein, wirds ein langer Winter sein.“
„Lichtmess-Sonnenschein, bringt großen Schnee herein.“
„Scheint zu Lichtmess die Sonne heiß, gibt’s noch sehr viel Schnee und Eis.“
„Lichtmess trüb / ist dem Bauern lieb; ist Lichtmess aber licht, weicht der Winter nicht.“
„Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell.“
„Lichtmess im Klee, Palmsonntag oder: Ostern im Schnee.“
„Weiße Lichtmess – grüne Ostern.“
„Zu Stephani a Muckngahn, zu Neujahr a Hahnentritt, zu Heilig Drei König a Hirschensprung und zu Maria Lichtmess a ganze Stund.“ (Gemeint ist die Verlängerung der Tage.)
„An Lichtmess fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an."

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