Jugend und Kirche Ein Jahr nach der Jugendsynode

03.10.2019

Im Oktober 2018 ist die Jugendsynode in Rom über die Bühne gegangen. Sebastian Appolt, BDKJ-Diözesanvorsitzender spricht darüber, was sich seit dem getan hat.

Sebastian Appolt, BDKJ-Vorsitzender spricht über die Folgen der Jugendsynode.
Sebastian Appolt, BDKJ-Vorsitzender spricht über die Folgen der Jugendsynode. © BDKJ

400 Bischöfe, Kurien-und Ordensvertreter aus der ganzen Welt berieten vom 3. bis 28. Oktober 2018 unter dem Titel "Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung" über Jugend und Kirche. Ein halbes Jahr danach veröffentlichte Papst Franziskus das Nachsynodale Apostolische Schreiben „Christus vivit“ das die Inhalte des Abschlussdokuments der Synode aufnahm.

Konkrete Umsetzungen fehlten aber bis heute, sagt Sebastian Appolt, Diözesanvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Ein halbes Jahr hat man nichts mehr gehört von der Jugendsynode und mittlerweile sind in Deutschland andere Themen, wie der Missbrauchsskandal, hochgekocht.“

Bestätigung für deutsche Jugendarbeit

Positiv sieht Appolt dagegen die Jugendarbeit in Deutschland, deren Richtung er durch das päpstliche Schreiben bestätigt sehe. „Unsere Jugendarbeit ist sehr stark selbst organisiert. Junge Menschen schauen selbst wie sie ihre Interessen verwirklichen können. Sie sind gemeinsam unterwegs und schauen wie sie Glaube gemeinsam leben können.“ In Zukunft sollen weitere Impulse zur Berufung und dem gegenseitigen Umgang aus der Jugendsynode gezogen werden.

Geteilte Verantwortung

Ob die Jugendsynode erfolgreich war oder nicht, bleibt somit abzuwarten. „Es wurde viel geredet und geschrieben. Erfolgreich wird es nur, wenn auch Taten daraus entspringen.“ Die Verantwortung für die Umsetzung sieht der BDKJ-Diözesanvorsitzende an zwei Stellen, einerseits bei den Jugendlichen und für Jugendarbeit Zuständigen selbst. Rahmenbedingungen müssten erhalten und geschaffen werden, damit sich junge Menschen mit ihrem Glauben beschäftigen können. Andererseits sei das Thema eine ganze Ebene weiter oben bei den Bischöfen und in Rom angesiedelt.

Für die Zukunft wünscht er sich eine Kirche, die authentisch ist und auch in der Öffentlichkeit so wahrgenommen wird. Es brauche glaubwürdige Antworten auf aktuelle Fragestellungen, „damit man nicht als Dummer dasteht als junger Mensch, wenn man sagt, ich gehöre noch dieser Kirche an.“ Jugendliche wollten ernstgenommen werden und ihre Stellung in der Kirche haben.

Wachgeküsst

Das Motto des diesjährigen Jugendkorbinian will die Jugendsynode lebendig halten. „Wachgeküsst“ sollen die mehreren tausend Jugendlichen werden, die am 16. November 2019 nach Freising zum Korbinian-Festival pilgern, so Appolt. „Jetzt ist es an der Zeit aus dem Dornröschenschlaf zu erwachen, aufzustehen, Veränderung herbeizuführen, gemeinsam unterwegs zu sein, gemeinsam Glauben zu leben.“ (vt)


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