CDL-Landesvorsitzende Christiane Lambrecht Ein Leben für das Leben

06.04.2018

30 Jahre wird der bayerische Landesverband der Christdemokraten für das Leben (CDL) heuer alt. Seine Vorsitzende, Christiane Lambrecht, setzt sich mit viel Energie für die Würde des Menschen von seinem Anfang bis zum Tod ein. Dabei hat sie selbst erleben müssen, wie zerbrechlich das Leben sein kann.

München – Wenn der Geburtstag wieder näher rückt, darf man sich meist auf eine große Party mit der ein oder anderen Überraschung freuen. Man wird ein Jahr älter, kann auf weitere zwölf Monate mehr Erfahrung zurückblicken und das neue Lebensjahr mit vielen neuen Plänen begehen. Ähnlich geht es Christiane Lambrecht, die zwar nicht vor ihrem eigenen Geburtstag steht, aber vor dem 30. Jubiläum des bayerischen Landesverbandes der Christdemokraten für das Leben (CDL). Lambrecht ist Landesvorsitzende des CDL, deshalb ist es für sie ein besonderer Tag.

„Trotz des Gegenwinds hat sich die CDL im Laufe der Jahre zu einer gut vernetzten und fachlich sehr kompetenten Organisation entwickelt, darauf kann man schon mal anstoßen.“ Die 53-jährige Murnauerin ist dabei besonders stolz auf verschiedene Meilensteine, die die Organisation bereits geschafft habe. „Vor mehr als 20 Jahren wurde bei Günzburg das Mutter-Kind-Haus „Martha“ gegründet, in dem etwa 120 schwangere Mütter geschützt und unterstützt ihre Babys bekommen konnten“, freut sich Lambrecht.

Ein weiterer Höhepunkt sei vergangenen Herbst die erste Jugendakademie „Bioethik“ gewesen, die sie zusammen mit der Hanns-Seidel-Stiftung in München organisiert haben. „Ziel und Zweck der CDL ist, innerhalb der Unionsparteien mit politischen Lösungsvorschlägen für einen besseren Schutz der ungeborenen Kinder einzutreten“, erklärt die Landesvorsitzende, die selbst Mutter von drei Töchtern ist.

Mehr Wertschätzung für Familien

Die Organisation, die vor 30 Jahren in Nürnberg gegründet wurde, sei die einzige Lebensschutzorganisation, die politisch aktiv ist. „Als Experten für alle Fragen der Bioethik und des Lebensschutzes, von Beginn des Lebens bis zum natürlichen Tod, bieten wir ein breites Spektrum an Angeboten – von vertraulichen Gesprächen über Gesetzesinitiativen bis hin zu Büchern und einem Informationsservice für alle Pro-Life-Themen sowie Familienpolitik.“

Die CDL, erläutert Lambrecht, fordere mehr staatliche Unterstützung und Wertschätzung für Familien, Mütter und Kinder, dazu Achtung, Würde und Respekt vor menschlichen Embryonen, ein Verbot der Leihmutterschaft sowie der Embryonenmanipulation und -selektion. Ebenfalls wolle sie ein Verbot der Beihilfe zum Suizid und fordere den Ausbau von Palliativmedizin und Hospizen.

Was liegt Christiane Lambrecht, die seit 31 Jahren verheiratet ist, persönlich am Herzen? „Ich lehne jede Form von Diskriminierung ab. Jeder Mensch ist gleich viel wert, egal ob alt, jung, krank oder gesund.“ In unserem Grundgesetz heiße es zwar „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, leider gelte das aber noch immer nicht für alle Menschen. „Für uns Christen ist zudem jeder Mensch von Gott geschaffen und geliebt. Selektive Abtreibung wegen einer Behinderung ist für mich eine besonders schlimme Form von Diskriminierung.“

Ihre Einstellung habe sie ihren Eltern zu verdanken, denn „sie haben die Liebe vorgelebt, das Vergeben, das Sich-selbst-nicht-so-wichtig-nehmen, die Treue zueinander und auch das Aushalten von schwierigen Zeiten“. Die 53-Jährige habe oft erlebt, wie ihre Eltern aus dem Glauben Kraft geschöpft haben. Glaube sei daher ein Teil von ihr.

„Kein bisschen erlaubtes Töten“

„Unsere ganze Familie lebt ganz natürlich den Glauben, sei es das Tischgebet, ein Segensgruß auf WhatsApp, ein Gebet während einer Prüfung oder der gemeinsame Kirchenbesuch, aus dem ich sehr viel Kraft schöpfe.“ Vor allem während des Gottesdienstes könne sie endlich Computer und Handy ausschalten und ganz Gott in den Mittelpunkt stellen. Dementsprechend wichtig ist der überzeugten Katholikin natürlich ihr Glaube an den christlichen Gott, der jeden Menschen bedingungslos liebt. Die Gebote Gottes ernst zu nehmen, sei gerade heute umso wichtiger. Es könne kein „bisschen erlaubtes Töten“ geben. Wer so denkt, handle gegen Gott. „Papst Franziskus sagt es ganz klar: Abtreibung ist ein grauenhaftes Verbrechen! Ich ergänze dann gerne: am Kind und an der Mutter. Und deswegen setze ich mich dafür ein, dass jede schwangere Frau auch das Babyglück, das Mutterglück, erleben darf.“

Überirdisches Gottvertrauen

Nicht nur die Gebote Gottes, auch der Glaube an das Leben nach dem Tod spielt für Christiane Lambrecht eine wichtige Rolle. „Vor acht Jahren am Gründonnerstag starb mit nur 47 Jahren meine Schwester Gaby, Mutter von sechs Kindern, an einem Gehirntumor. Sie wusste Monate vor ihrem Tod, dass sie keine Chance mehr auf Heilung hat. Ich denke, sie hat vom Himmel ein überirdisches Gottvertrauen bekommen, denn sie tröstete die ganze Familie und war sich sicher, dass Gott keine Fehler macht und wir uns alle im Himmel wiedersehen.“

Der Tod ihrer Schwester habe sie im Glauben sehr herausgefordert. Erst mit den Jahren sei Lambrecht klar geworden, dass es den liebenden Gott und das ewige Leben gibt und wir hier auf der Erde die Würde eines jeden Menschen achten und auch verteidigen sollen. In diesen dunklen Momenten des Lebens geben ihr zwei Dinge Kraft: „Meine Familie und ein Blick auf das Kreuz. Manchmal auch in umgekehrter Reihenfolge. Und damit die Gewissheit, dass Gott alles in seinen Händen hält. Dass niemand verloren ist, sondern bei Gott. Und dass ich nicht ‚gewinnen‘ muss. Es reicht, dass ich mich mit engagierter Gelassenheit einsetze.“

Wichtig in ihrem Leben ist auch die Rolle von Schutzengeln, denn als Mutter und Tante schicke sie immer wieder eine Bitte an die Schutzengel der Kinder. „Ich mag das Lied von Friedrich Bonhoeffer ‚Von guten Mächten still und treu umgeben‘ sehr, es sagt mir, dass wir nie allein sind.“ (Patricia Hofmann)

Ihr 30-jähriges Bestehen feiert die CDL am Samstag, 7. April, von 11.30 bis 18.45 Uhr, beginnend mit einem Festgottesdienst in St. Peter in München, anschließend mit Vorträgen und Diskussionen im Hofbräuhaus.


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