Ausstellung 100. Geburtstag Max Eham Ein Leben für die Kirchenmusik

15.04.2015

Das Gedenken an Domkapellmeister Max Eham erreicht diesen Sonntag einen weiteren Höhepunkt: Anlässlich seines 100. Geburtstages gibt es einen feierlichen Gottesdienst und eine Ausstellungseröffnung in Freising. Anhand von Fotos, Dokumenten und zahlreichen Originalnoten bekommt der Besucher einen Einblick in Ehams Leben und Werk.

Domkapellmeister Max Eham an der Freisinger Domorgel (Bild: MK Archiv)

Freising - Mit einem feierlichen Gottesdienst und einer Ausstellungseröffnung erreicht nächsten Sonntag das Gedenken an Domkapellmeister Max Eham (1915 – 2008) einen weiteren Höhepunkt. Mehr als fünfzig Jahre prägte Eham als Musikerzieher und als Domkapellmeister an den Kathedralkirchen in Freising (1949 – 1969) und München (1969 – 1990) die Kirchenmusik im Erzbistum mit. Im Februar jährte sich sein Geburtstag zum hundertsten Mal. Um 10.30 Uhr feiert Kardinal Friedrich Wetter den Gottesdienst im Freisinger Dom. Dabei erklingt eines der Hauptwerke von Max Eham, die 1949 geschaffene Missa „Haec Dies“. Zur Aufführung dieser groß besetzten Orchestermesse vereinigen sich der Freisinger Domchor und der Chor von St. Johann Erding unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Wolfgang Kiechle und Georg Rothenaicher. Die handschriftliche Originalpartitur ist danach in der benachbarten Dombibliothek zu bewundern.

Fotos, Dokumente und zahlreiche Orginalnoten

Hier wird im Anschluss an den Gottesdienst die Ausstellung „Max Eham (1915 – 2008). Priester – Komponist – Domkapellmeister“ eröffnet, gemeinsam konzipiert von der Diözesanbibliothek und der Max-Eham-Stiftung. Sie gibt anhand von Fotos, Dokumenten und zahlreichen Originalnoten Einblick in Ehams Leben und Werk. Die rund 70 Exponate stammen größtenteils aus dem Nachlass des Komponisten im Max-Eham-Archiv, das seit 2009 in der Dombibliothek beheimatet ist.
Die Ausstellung folgt zunächst dem Lebensgang: von der Herkunft als zwölftes Kind einer Bauernfamilie in Parsberg bei Miesbach über die musikalische Förderung im Freisinger Knabenseminar ab 1926, die Priesterweihe 1939 und die Tätigkeit als Präfekt im Knabenseminar, während derer Eham an zwei Tagen in der Woche Kirchenmusik an der Münchner Musikhochschule studierte.

Eham im neuen "Gotteslob"

Aus seiner Zeit als Freisinger Domkapellmeister sind vielen die großen Aufführungen, etwa zum Korbiniansfest, bis heute unvergesslich. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil schuf Eham für die erneuerte Liturgie eine große Zahl festlicher Liedvertonungen, Rufe und Vespern in deutscher Sprache. Vom Münchner Dom fanden diese Werke ihren Weg hinaus in viele Pfarreien. Auch im neuen „Gotteslob“ ist Eham vertreten. Gerade die handgeschriebenen Noten vermitteln einen Eindruck von der Arbeitsweise des Komponisten. Zu verfolgen ist dies an den Gesängen zu Ludwig Thomas Weihnachtsdichtung „Heilige Nacht“: Nebeneinander liegen in einer Vitrine die Textvorlage, Ehams Skizzenbuch und die Originalpartitur, die aber wiederum mehrfach überarbeitet wurde. Erst 2010 erfolgte der erste Druck im Rahmen der laufenden Max-Eham-Edition. Eine Hörstation mit Beispielen aus dem in fast sechs Jahrzehnten entstandenen Werk rundet die Präsentation ab. (Roland Götz)

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