Jugendhilfe Ein Lichtblick für das "Problemviertel"

28.06.2019

Vor allem der nördliche Teil des Hasenbergls hat mit Arbeitslosigkeit und Armut zu kämpfen. Doch es gibt einen Lichtblick.

Das "Lichtblick Hasenbergl"
Das "Lichtblick Hasenbergl" © Lichtblick Hasenbergl

München hat ein Problem: das Hasenbergl. So heißt es gemeinhin oft. Doch der Stadtteil hat sich verbessert, das äußere Erscheinungsbild ist schöner geworden. Das Hasenbergl komplett als „Problemviertel“ abzustempeln, das wird den Menschen dort nicht gerecht. Doch es gibt immer noch Schwierigkeiten. Vor allem im nördlichen Teil des Viertels zeigen sie sich: Hohe Arbeitslosigkeit, Armut, sozial abgehängte Familien. In diesem Umfeld aufzuwachsen ist nicht leicht. Doch der „Lichtblick Hasenbergl“, eine Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge, hilft dabei.

Große Altersspanne

Das Team um Leiterin Johanna Hofmeir nimmt Kinder und Jugendliche von 0 bis 25 Jahren mit besonderem Unterstützungsbedarf auf und arbeitet mit einem besonderen pädagogischen Konzept. Es gibt Mutter-Kind-Gruppen für die ganz Kleinen, einen Kindergarten und danach Kleingruppen, in denen Jugendliche auf Schule, Ausbildung und Beruf vorbereitet werden. „Wir gehen nach einem Dreischritt vor“, erklärt Hofmeir. Aufbau von Denk-und Lernfähigkeit, intensives soziales Training und lebenspraktisches Training.

Genauso wichtig ist es, die Kinder für eine gesunde Lebensweise zu sensibilisieren. „Wegen ihrer schwierigen familiären Situation bekommen die Kinder das leider nicht vorgelebt“, sagt Johanna Hofmeir. „Deswegen erarbeiten wir mit ihnen, was eine ausgewogene Ernährung ist.“ Denn nur, wer gesund ist, der ist konzentrations-und lernfähig.

Viel Motivation

Dass die Kinder, die in den Lichtblick kommen, besondere Unterstützung brauchen, wird mit Blick auf ihren Entwicklungsstand deutlich. Der wird mit dem sogenannten „KOMPIK“ erhoben. In nahezu allen erhobenen Feldern sind sie weit hinter dem Durchschnittswert. Besonders wenn es um soziale und mathematische Kompetenzen oder die Sprache geht. Doch es gibt einen Wert, der positiv heraussticht: die Motivation.

„Unsere Kinder wollen“, ist Johanna Hofmeir überzeugt. „Das merken wir jeden Tag.“ Dank der engen und individuellen Betreuung – die Gruppen bestehen aus maximal 12 jungen Menschen – gelingt es den meisten, Schule und Ausbildung zu schaffen. Einige studieren sogar. Hofmeir: „Das alles freut uns natürlich sehr.“

Das Münchner Kirchenradio (MKR) stellt in der Sendung „Total Sozial“ jede Woche einen der vielen sozialen Verbände im Erzbistum München und Freising vor. Sie helfen mit die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern: Integration, Pflege, Inklusion, Jugendhilfe und viele mehr. Die Sendung läuft freitags um 16 Uhr im MKR auf DAB+ und im Webradio.

Der Autor
Lukas Schöne
Radio-Redaktion
l.schoene@st-michaelsbund.de


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