Bedeutende Neuerwerbung für Diözesanmuseum Ein Meisterwerk kommt nachhause

24.03.2016

Das Diözesanmuseum in Freising bekommt ein neues Glanzstück für seine Sammlung. Über das Auktionshaus Sothebys in New York konnte es ein bedeutendes Werk des spätgotischen Bildhauers Erasmus Grasser ersteigern.

Der "Schmerzensmann" kommt aus New York nach Freising (Diözesanmuseum Freising/Sothebys)

Freising – Die Sammlung mittelalterlicher Kunst im Diözesanmuseum Freising ist durch ein bedeutendes Einzelwerk des Münchner Bildhauers Erasmus Grasser ergänzt worden. Mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung und Sondermitteln der Erzdiözese München und Freising konnte das Haus die um 1480/90 entstandene Holzskulptur eines Schmerzensmannes erwerben. Grasser gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer der Spätgotik und hat unter anderem die weltberühmten Moriskentänzer für die Stadt München geschnitzt. Viele seiner Arbeiten hätten zudem einen starken Bezug zur Erzdiözese, erklärte die stellvertretende Museumsleiterin Carmen Roll auf Nachfrage des Münchner Kirchenradios. Der Künstler hat unter anderem das Chorgestühl in der Frauenkirche und die Petrusfigur im Hochaltar von Sankt Peter in der bayerischen Landeshauptstadt geschaffen.

„Auf dem Kunstmarkt sind fast keine Werke mehr von Grasser zu finden“, so Roll. Die Skulptur sei ein „außergewöhnliches und qualitätvolles Originalwerk“, das nur noch „superselten“ zu finden sei. Die Skulptur repräsentiere den Kunststil und die Frömmigkeitsvorstellungen der Epoche in einzigartiger Weise. Es verbildliche einen Passus aus dem Ersten Eucharistischen Hochgebet: „Wir bitten dich, allmächtiger Gott: Dein heiliger Engel trage diese Opfergabe auf deinen himmlischen Altar vor deine göttliche Herrlichkeit“ Dieser Gedanke des stellvertretenden Sühneopfers Christi wurde in der mittelalterlichen Theologie besonders hervorgehoben. Grasser habe dieses Thema „hoch emotional“ übersetzt und „bis in die Haarspitzen durchgearbeitet“. Dem Museum sei mit der Hilfe der Sponsoren ein „sensationeller Erwerb“gelungen.

Laut der Internetseite des Auktionshauses Sothebys in New York lag der Zuschlagspreis für das Werk bei     112 500 Dollar. Der erste Schätzpreis lag bei 22 000 Euro. Der Zuschlagpreis belegt, wie begehrt das Werk auch für andere Sammler war. Wann der „Schmerzensmann“ der Öffentlichkeit in Freising präsentiert wird, ist noch unklar. Das Museum ist bis auf weiteres wegen einer umfassenden Sanierung geschlossen. (alb)

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