Trauergottesdienst in St. Michael Ein Ort des Erinnerns

10.11.2013

In der Jesuitenkirche St. Michael können Trauernde ihrer verlorenen Menschen gedenken und sie in einem Buch des Erinnerns verewigen. Vor allem von Hinterbliebenen, die in München kein Grab zu besuchen haben, wird dieser Ort im Trauermonat November dankbar angenommen.

Ort des Erinnerns - St. Michael (Bild: Sankt Michaelsbund)

München – Seit fast zehn Jahren gibt es den „Ort des Erinnerns“ in der Münchner St. Michaelskirche. Direkt neben dem Hauptportal, in der Ursula-Kapelle, können Trauernde ihre Gedanken in einem Buch verewigen. Die Idee dazu hatte im Jahr 2004 der Katholische Deutsche Frauenbund Bayern. Man habe damals das Bedürfnis gehabt einen Ort zu schaffen, an dem auch in der Öffentlichkeit die Trauer lebendig seien darf und auch die Erinnerung an verstorben Menschen gepflegt werde, so KDFB- Referentin Gertrud Ströble. Inzwischen wird der Ort des Erinnerns sehr gut angenommen - rund fünf der großen, dicken Bücher füllen sich jedes Jahr mit den Zeilen über geliebte, vermisste Menschen. Einmal im Jahr wird der eingetragenen Personen noch einmal in einem in einem eigenen Gottesdienst gedacht. Ursprünglich habe man geplant gehabt alle Namen aus den Büchern zu verlesen, das sprenge aber inzwischen den Rahmen, so Ströble.

Gerade in den vergangenen zwei Jahren habe das Interesse am Ort des Erinnerns noch einmal stark zugenommen, so Pater Karl Kern. Für den Kirchenrektor ist es immer wieder sehr bewegend, als Vorbereitung auf den Gottesdienst, in den Büchern eines Jahres zu lesen. Dabei sei ihm besonders aufgefallen, wie viele Menschen nach dem Tod eines Angehörigen noch das Bedürfnis nach einer klärenden Aussprache haben. Oft seien da noch Wunden die geheilt werden müssten, so Kern. Am kommenden Montag (11.11.2013, 18 Uhr) wird erneut, in einem Gottesdienst, eine Auswahl an Einträge aus den Büchern des Erinnerns verlesen. (cs)

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