Zum Tod von Pfarrer Dieter Katte Ein Prediger "mit Leib und Seele"

31.05.2016

Pfarrer Dieter Katte ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Der Dozent für Homiletik (Predigtlehre) und langjährige Pfarradministrator von St. Elisabeth in München-Haidhausen beantwortete seit 20 Jahren theologische Fragen von Lesern der Münchner Kirchenzeitung.

Im Alter von 74 Jahren verstorben: Pfarrer Dieter Katte
Im Alter von 74 Jahren verstorben: Pfarrer Dieter Katte (Bild: Münchner Kirchenzeitung) © Münchner Kirchenzeitung

München – Dieter Katte „war zeitlebens ein herzlicher Seelsorger und Priester, dem es immer um den Menschen ging. Und er war ein Prediger aus Leidenschaft." So charakterisierte Pfarrer Hermann Würdinger, Leiter des Fachbereichs für Homiletische und katechetische Bildung im Ordinariat, Dieter Katte in seiner Predigt beim Requiem in der Rosenheimer Christkönig-Kirche. Daran nahm am vergangenen Dienstag auch Generalvikar Peter Beer teil sowie der frühere Caritasdirektor Peter Neuhauser, der gemeinsam mit dem Verstorbenen 1966 in Freising zum Priester geweiht worden war. Beer sagte, er habe Katte vor über 16 Jahren kennengelernt, als er sich selbst die Frage nach der Berufung zum Priester stellte. Katte habe ihn begleitet, unterstützt, aber ihm auch Freiheiten gelassen. Er sei ihm persönlich sehr dankbar – auch für das, was er in der Erzdiözese in unterschiedlichen Diensten geleistet habe.

Geboren wurde Dieter Katte 1941 in Hirschberg im Riesengebirge, rund 90 Kilometer südwestlich von Breslau. Aufgewachsen ist er in Rosenheim. „Hier in Rosenheim ist er zuhause. Hier in dieser Kirche hat er vor fast 50 Jahren seinen Primizgottesdienst gefeiert", sagte Würdinger. Von 1966 bis 1968 war Katte Kaplan in München-St. Ursula, dann zwei Jahre zum Studium am Institut für Katechetik und Homiletik in München freigestellt. Ab 1970 folgten acht Jahre als Subregens am Münchner Priesterseminar. 1977 promovierte Katte bei Professor Alfred Läpple in Salzburg, der auch schon Papst em. Benedikt XVI. unterrichtet hatte.

Insgesamt 44 Jahre war Katte in der Predigtausbildung in der Erzdiözese tätig, seit 1978 als Dozent, seit 2005 als Leiter des Seminars für Homiletik. Bis zum Beginn seines Ruhestands 2012 habe der Verstorbene in diesem Bereich „Wegweisendes geleistet", sagte Kardinal Reinhard Marx bei Kattes Ernennung zum Geistlichen Rat im vergangenen Jahr.

Keine Kontroversen gescheut

„Unzählige Generationen von Priestern sowie alle anderen Männer und Frauen in den pastoralen Diensten der Erzdiözese hat er für den Predigtdienst begeistert", führte Würdinger in seiner Predigt aus. Mit der liturgischen Erneuerung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil sei es darum gegangen, gerade der Verkündigung des Wortes Gottes in der Liturgie einen neuen Stellenwert einzuräumen: „Dieter hat die Zeichen der Zeit erkannt und sah darin die Aufgabe seines Lebens. Er entwickelte ein homiletisches Ausbildungsmodell, das Vorbildcharakter hat." Mit dem Seminar für Homiletik, dem heutigen Fachbereich für Homiletische und katechetische Bildung, habe Katte die nötige personelle Infrastruktur für eine zeitgemäße homiletische Aus-, Fort- und Weiterbildung aufgebaut. Die von ihm initiierten Multiplikatorenkurse für Homiletik seien „im deutschen Sprachraum einzigartig". Katte habe sich „mit Leib und Seele" der Verkündigung des Wortes Gottes verschrieben. Dabei habe er auch keine Kontroversen gescheut, zum Beispiel wenn es um die Laienpredigt ging, für die er bis in seine letzten Tage eingetreten sei.

„Nie verstand er die Predigtausbildung als rein akademische Übung im Elfenbeinturm, sondern immer als integralen Bestandteil der praktischen Pfarrseelsorge", würdigte Kardinal Marx Dieter Katte. So war dieser von 1979 bis 1986 Studentenseelsorger an der Fachhochschule für Sozialpädagogik in München. Von 1978 bis 1987 wirkte er als nebenamtlicher Pfarrvikar in der Pfarrei St. Johann Baptist, von 1987 bis 2012 in der Pfarrei St. Elisabeth in München sowie die letzten 20 Jahre dort als Pfarradministrator. In seine Zeit fiel auch der viel beachtete Neubau der Pfarrkirche St. Elisabeth. Hinzu kam ein reichhaltiges publizistisches Schaffen. (kh)

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