Josefstag in Berufsbildungsstätte „Ein Segen für die Jugendlichen“

16.03.2017

Prominente Gesichter waren beim elften Josefstag im Berufsbildungswerk St. Zeno in Kirchseeon versammelt. Neben Weihbischof Bernhard Haßlberger war auch Detlef Scheele, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, vor Ort.

Runter mit der Krawatte und ran an die Maschine hieß es in Kirchseeon für Detlef Scheele © Kiderle

Kirchseeon – Er hatte keine Berührungsängste: Als der designierte Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, die Werkstätten des Bildungswerkes St. Zeno in Kirchseeon besuchte, legte er hier und da selbst mit Hand an. Zusammen mit Weihbischof Bernhard Haßlberger wurde in einer der beiden Metallwerkstätten gebohrt und gefeilt. Anlässlich des elften „Josefstages“ – ein bundesweiter Aktionstag für Jugendsozialarbeit - standen dort die Türen für alle Interessierten offen. Scheele bestärkte die Jugendlichen immer wieder, dass die Gesellschaft jeden einzelnen von ihnen brauche, denn „man muss sich um die Menschen kümmern und ihnen signalisieren, dass sie auf jemanden zählen können“, forderte der Vorsitzende. Es sei wichtig, vor allem Jugendlichen – auch in Berufsbildungswerken – immer mehrere Chancen zu geben und sie nicht beim ersten kleinen Fehler abzuschreiben.

In Bezug auf die duale Ausbildung stellte Scheele die Frage, weshalb der Mensch in der Verarbeitung von Rohstoffen überaupt noch mit eingebunden sei und nicht alles von Computern gesteuert werde. Seine Antwort fiel deutlich aus: „Es kann nicht nur Menschen geben, die die Technik und die Maschinen entwickeln, es muss auch solche geben, die sie bedienen.“ Diese Menschen brauchten wir: „Junge Leute, die nicht nur Knöpfe drücken, sondern die Technik am und mit dem eigenen Körper erfahren und einen Bezug herstellen.“ In der heutigen Welt werde die Praxis wieder zunehmend wichtig.

„Der Nächste ist der, der Hilfe braucht“

Zuvor feierte Weihbischof Bernhard Haßlberger mit den Teilnehmern einen Gottesdienst. In den Mittelpunkt stellte er die Frage, wer eigentlich unser Nächster sei. Sind es die Arbeitskollegen, die Freunde oder doch einzig und allein unsere Familien? „Nicht nur unsere engsten Vertrauten sind es, sondern der Nächste ist der, der sich schwer tut im Leben, der unterstützt werden muss und unsere Hilfe braucht.“, so er Weihbischof.

Genau deshalb gebe es auch Einrichtungen wie St. Zeno. Sie helfen den Jugendlichen ihren Weg zu finden, um das Ziel - in diesem Fall eine abgeschlossene Ausbildung - erreichen zu können. Die jungen Menschen bekämen hier Kraft und Unterstützung, damit sie hineinfinden in die Chancen, die das Leben für sie bereithält. „St. Zeno ist ein Segen für alle Jugendlichen hier“, bringt es Weihbischof Haßlberger auf den Punkt.

„Der Mensch ist Mittelpunkt, der Mensch ist nie Mittel. Punkt.“ Msgr. Klaus Peter Franzl, Stiftungsratvorsitzender von St. Zeno.

Auch Weihbischof Bernhard Haßlberger durfte "mitarbeiten" © Kiderle

Und Unterstützung gibt es in St. Zeno, wo es neben den Werkstätten für die Bereiche Holz, Metall, Ernährung, Drucktechnik, Farbe und Raumgestaltung, Agrarwirtschaft sowie Wirtschaft und Verwaltung auch eine Berufsschule, ein Internat und Wohngemeinschaften gibt. Hier werden lern- beziehungsweise psychisch behinderte junge Menschen bei ihren ersten Schritten in eine eigenständige Zukunft unterstützt, gefördert und fit gemacht für ihr später selbstbestimmtes Leben.

Oberstes Gebot: Geduld und Zeit

„Natürlich ist es nicht immer einfach, weil jeder Jugendliche seine eigene Geschichte mitbringt und wir unsere Arbeit danach ausrichten müssen“, erklärt Michael Liese, Lehrer in der Werkstatt für Farbe und Raumgestaltung. Das oberste Gebot in St. Zeno sei es Geduld sowie Zeit zu haben, um die Schüler auf den richtigen Weg zu führen. Dabei sei es wichtig, dass sie nicht nur den Stoff pauken, sondern auch menschliche Reife lernen. „Am Ende einer jeden Ausbildung sieht man dann nur noch die große Dankbarkeit, die einem die jungen Menschen entgegenbringen und das ist es, was unsere Arbeit in St. Zeno so wunderbar macht“, freut sich Liese. (Patricia Hofmann)

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