Glockenweihe in Bad Aibling „Ein Zeichen, das uns zusammenruft“

18.02.2019

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Bad Aibling hat eine fünfte Glocke bekommen. Bis das neue Ensemble zum ersten Mal gemeinsam erklingt, dauert es allerdings noch ein paar Wochen.

Glockensegnung in Bad Aibling mit Weihbischof Bischof
Glockensegnung in Bad Aibling mit Weihbischof Bischof © Kiderle

Bad Aibling – Weihbischof Wolfgang Bischof hat die von einem anonymen Spender gestiftete „Auferstehungsglocke“ in der Kirche St. Sebastian gesegnet, die zur Stadtkirche Bad Aibling und zur Pfarrei Mariä Himmelfahrt gehört. Dabei besprengte der Weihbischof die Glocke nicht nur mit Weihwasser und inzensierte sie mit Weihrauch, sondern salbte sie auch mit Chrisam. Diese fünfte Glocke soll das Geläut der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt vervollständigen und wird nach den Sanierungsmaßnahmen erstmals zusammen mit den übrigen Glocken bei der Wiedereröffnung der Kirche am Samstag, 23. März, erklingen.

Weihbischof Bischof, der den Gottesdienst gemeinsam mit Pfarrer Georg Neumaier und Diakon Klaus Schießl feierte, setzte sich auch mit den kritischen Stimmen auseinander, die seit einiger Zeit in Bezug auf Kirchenglocken zu hören sind. „Ist Glockenläuten eine Beeinträchtigung der Lebensqualität, ja oder nein, mit dieser Frage haben sich nicht selten die Gerichte zu beschäftigen“, führte der Weihbischof aus. Wie despektierlich Menschen in der heutigen Zeit mit dem Läuten von Kirchenglocken umgingen, zeige sich in einem Satz aus dem „Glockensong“ von Fredl Fesl. „Der Pfarrer hat sein’ Herrn gelobt, und drüber hat die Glock’n tobt“, heißt es dort.

Die neue Glocke trägt die lateinische Inschrift „Ego sum resurrectio et vita“ („Ich bin die Auferstehung und das Leben“).
Die neue Glocke trägt die lateinische Inschrift „Ego sum resurrectio et vita“ („Ich bin die Auferstehung und das Leben“). © Kiderle

Den Glauben in den Alltag hineinnehmen

Die Glocke sei jedoch nicht nur „ein Zeichen, das uns zusammenruft“, sondern lade auch ein, „nachzudenken, was unser Leben ausmacht, und unsere Einstellung und Haltung zu Gott zu sehen“. Weihbischof Bischof ermunterte die Gläubigen auch, „die Realität, dass Christus auferstanden ist“, anzuerkennen. Damit stellte er einen direkten Bezug zur neuen Glocke in Bad Aibling her, die ein Relief des Auferstandenen und die lateinische Inschrift „Ego sum resurectio et vita“ („Ich bin die Auferstehung und das Leben“) trägt. So, wie sich der Mensch in das „große Ganze“ einfüge, sei es auch mit dieser Glocke, die sich nun in das Geläut der Kirche Mariä Himmelfahrt einfüge. „Wir sind eingeladen, unseren Glauben ins Heute hineinzunehmen“, der sagt, „Christus ist nicht im Tod geblieben, er ist zum Leben gekommen“, betonte der Weihbischof. Wenn wir diese Botschaft weitergäben, würden wir zu Boten der Hoffnung in unserer Zeit. „Dazu laden uns die Glocken im Alltag immer wieder ein“, unterstrich der Weihbischof abschließend.

270 Kilo schwer

Am Ende des Gottesdienstes, der von der Schola der Stadtkirche und Konrad Liebscher an der Orgel sowie mit Volksgesang musikalisch gestaltet wurde, überreichte Weihbischof Bischof Pfarrer Neumaier die „Weihe-Urkunde“, die lateinisch abgefasst ist. Zum besseren Verständnis für die Gottesdienstbesucher las der Diakon diese auf Deutsch vor. Pfarrer Neumaier, der zum ersten Mal als Pfarrer eine Glockensegnung erlebt hatte, nahm die Urkunde freudig entgegen.

Die neue Glocke wurde von der Gießerei Perner in Passau gegossen, wiegt 270 Kilo und hat einen Durchmesser von 78 Zentimetern. Auf dem Glockengürtel ist zu lesen: „Mariä Himmelfahrt Bad Aibling 2019“. (Uwe Hecht)


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