Restaurierung beendet Eine der ältesten Orgeln Bayerns kehrt wieder auf Herreninsel zurück

27.06.2018

Sie feiert ihren 350. Geburtstag: die barocke Orgel der ehemaligen Pfarrkirche Sankt Maria auf der Herreninsel im Chiemsee. Sie wurde behutsam restauriert und kehrt jetzt wieder zurück an ihren Platz. Das wird musikalisch gefeiert.

Barocke Orgel der ehemaligen Pfarrkirche St. Maria auf der Herreninsel
Barocke Orgel der ehemaligen Pfarrkirche St. Maria auf der Herreninsel © Bayerische Schlösserverwaltung/Alois Linder

Herreninsel – Die barocke Orgel der ehemaligen Pfarrkirche Sankt Maria auf der Herreninsel im Chiemsee kehrt nach einem "mehrwöchigen Kuraufenthalt" im Inntal zurück auf ihren Platz. Sie gilt als eine der ältesten Orgeln in Bayern und wird nun zu ihrem 350. Geburtstag am kommenden Sonntag (1. Juli) erneut zu hören sein, wie die Bayerische Schlösserverwaltung mitteilte.

Historischer Klang

Einige Baumerkmale der von 1668 stammenden Orgel deuteten auf eine Urheberschaft des Salzburger Orgelmachers Mathias Rotenburger hin, heißt es. Gehäuse, Traktur, Windlade und die Pfeifen von drei der vier Register seien weitgehend im Original erhalten. Verschiedene Umbauten in den vergangenen dreieinhalb Jahrhunderten, aber auch Alterserscheinungen in der Funktion und am Äußeren machten eine Reihe von Restaurierungsmaßnahmen nötig. Die Orgel sei nach historischen Vergleichsinstrumenten rekonstruiert worden und könne nun wieder über zwei Lederriemen aufgezogen werden.

Laut Mitteilung wurden die Holzpfeifen weitgehend original und behutsam restauriert, die Metallpfeifen wiederum wurden zurücksortiert und fehlende in gleicher Bauweise angefertigt. Ein besonderes Augenmerk sei auf das Stimmen des Instruments gelegt worden, um den historischen Klang hervorzuheben.

Am 1. Juli wird es um 16.30 Uhr in der ehemaligen Pfarrkirche Sankt Maria auf der Herreninsel im Chiemsee ein Einstimmungskonzert durch Regionalkantor Heinrich Wimmer geben. Es werden Werke von Frescobaldi, Kerll und Muffat erklingen. Um 17 Uhr ist dann ein Gottesdienst angesetzt.

Sankt Maria war einst für die Laien der Klosterpfarrei errichtet worden. Die Weihe des spätgotischen Baus erfolgte 1469. Von 1630 bis 1632 folgten Umbauten und eine Neuausstattung. Aus dieser Zeit stammten auch der frühbarocke Hochaltar und die Kassettendecke mit Tafelgemälden aus dem Marienleben. Im Augustiner-Chorherrenstift ist im Museum "Vom Kloster zum Königsschloss" die lange und reiche Geschichte dieses ältesten Klosters Bayerns und des Domstifts dokumentiert. (kna)

In der Sendung "Klangräume" des Münchner Kirchenradios sprechen die Kirchenmusiker von Sankt Michael einmal im Monat über die Messen, die in den nächsten Wochen in der Jesuitenkirche aufgeführt werden. Ein Gespräch über Komponisten, große Musik und Liturgie. Die Podcasts zur Sendung finden Sie hier.


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