Versteigerung für guten Zweck Eine Harley signiert von Papst Franziskus

13.06.2019

3 - 2 - 1....meins: Die Harley ist nicht nur wegen der Unterschrift des Papstes ein echtes Unikat. Mit dem Geld soll ein Waisenhaus in Uganda finanziert werden.

Die "Jesus Biker" bei Papst Franziskus.
Die "Jesus Biker" bei Papst Franziskus. © imago

Hettstadt – Er hat ein riesiges Kreuz auf dem Rücken tätowiert: Miro, der Mechaniker. Wobei Thomas Draxler und Christoph Repp lieber von Miro dem Künstler sprechen. Sein Kunstwerk steht derzeit noch in Unterfranken. Mit der Unterschrift "Franziskus" auf dem Tank. Ende Mai hatte der Papst seine Harley schon in Rom signiert. Offiziell übergeben wird das Unikat aus der Werkstatt der Harley Davidson Würzburg Village erst am 7. Juli. Inhaber Christoph Repp sponsert das Motorrad und die "Jesus Biker" von Thomas Draxler werden sie mit einer Art Wallfahrt nach Rom bringen. Vorher aber wird sie kommendes Wochenende auf Repps Geflügelfarm in Großheubach vorgestellt.

"Ich habe schon geschluckt und ein bisschen nachgedacht und nach ein paar Minuten habe ich ja gesagt", sagt Repp über seine Begegnung mit Thomas Draxler. Der Gesundheitswissenschaftler kam gerade von einem Motorradgottesdienst in Altötting. Auf dem Weg zurück in seinen Heimatort, das hessische Schaafheim, hatte er in Hettstadt Halt gemacht. Klamotten nach einem Regenguss wechseln und einen Kaffee trinken wollte er. Mit dabei die Frage: Woher die Harley für den Papst bekommen, die er dem österreichischen Pater Karl Wallner versprochen hatte, sollte dieser im Vatikan die Türen für die christlichen Biker öffnen.

Der Club der "Jesus Biker"

Denn schon Jahre zuvor, auf einem Katholikentag, hatte Draxler eine Idee an Wallner herangetragen: Eine Tour von christlichen Motorradfahrern nach Rom. 2014 hatte Draxler die "Jesus Biker" gegründet, einen Club Gleichgesinnter, wie er erzählt. "Jesus Christus, Weg, Wahrheit und Leben", das sei sein Motto, das ihm ein Patient seiner Praxis für Wirbelsäulen-Therapie auf eine Kutte geschrieben hatte und damit die "Jesus Biker" gewissermaßen ins Leben rief.

Aus 40 Mitgliedern besteht der Club mittlerweile, darunter sind Katholiken, Protestanten, Syrisch- und Griechisch-Orthodoxe sowie freikirchliche Christen. Auch mehrere Pfarrer und Diakone gehören dazu. "Wir schauen nicht auf Unterschiede, das bringt uns nicht weiter", sagt Draxler.

Etwas ganz Besonderes: Die Unterschrift des Papstes ziert die Harley.
Etwas ganz Besonderes: Die Unterschrift des Papstes ziert die Harley. © imago

Sie alle werden dabei sein, wenn es nun Ende Juni zu Franziskus geht, die Papst-Harley mittendrin. Für die Tour vom Rasthof Geiselwind an der A3 über Altötting, Wallners Kloster Stift Heiligenkreuz in Österreich nach Padua, Assisi und schließlich Rom spendete der Papst beim Signieren der Maschine Ende Mai im Vatikan den apostolischen Segen. Auf Deutsch habe er die 16 Teilnehmer, darunter Draxler und Repp gebeten, für ihn zu beten: "Diese Arbeit ist nicht einfach. Ich brauche die Gebete!"

Hat der Papst einen Motorrad-Führerschein?

Die Harley selbst hat Franziskus nicht bestiegen. Ob er es im Juli tut? Eher unwahrscheinlich: "Mit über 80 fährt man keine Harley mehr. Und ich weiß auch nicht, ob der Papst einen Führerschein hat", sagt Draxler und fügt hinzu: "Natürlich macht der Papst die Harley wertvoll." Das muss sie auch werden, schließlich soll die Maschine mit dem prominenten Autogramm versteigert werden. Die "Jesus Biker" wollen mit dem Erlös ein Waisenhaus in Uganda finanzieren. Das Projekt wurde von dem Zisterzienser Wallner in seiner Funktion als missio-Nationaldirektor in Österreich ins Spiel gebracht.

Die stolze Summe von 300.000 Euro soll es kosten. Doch die Harley aus Deutschland könnte das locker reinspielen bei der Versteigerung. Schon eine Standard-Maschine der amerikanischen Kult-Marke, die Franziskus im Jahr 2013 signiert hatte, brachte rund 240.000 Euro ein. Das Exemplar aus Deutschland dagegen gibt es so nur einmal.

Im Chicano-Style, also südamerikanisch, ist sie gehalten, wie Harley-Händler Repp erläutert: "Ein 23 Zoll großes Vorderrad, hinten einen lang geschwungenen Kotflügel mit einem aufwendig eingearbeiteten dreidimensionalem Kreuz." Er ist ebenso in cremeweiß gehalten wie der Tank. Ein Dornenkranz ist aufgesprüht, Speichen und Schrauben teilweise vergoldet. Rund 2.000 Arbeitsstunden und 20.000 Euro Materialkosten habe man investiert, sagt Repp. "Es ist natürlich etwas ausgeartet." Aber wann fertige man schon ein Motorrad für den Papst? Und: "Wir freuen uns alle auf die Fahrt nach Rom." (kna)


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