50 Jahre Rätearbeit Eine Kirche vor Ort ist wichtig

09.03.2019

Zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Räte erzählen Ehrenamtliche von ihrem Engagement. Diesmal erklärt Cordula Brechmann aus der Pfarrei Christi Himmelfahrtin München-Trudering, welchen dringenden Handlungsbedarf es ihrer Meinung nach in der Kirche gibt: zum Beispiel Frauen und Männer gleichzustellen.

Cordula Brechmann aus der Pfarrei Christi Himmelfahrt in München-Trudering ist Vorstandsmitglied im Diözesanrat. © privat

Welche Funktion haben/hatten Sie in der Rätestruktur?

Brechmann: Als eine von drei Delegierten des Diözesanrates wurde ich in das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gewählt und bin dadurch auch Mitglied des Vorstands des Diözesanrats. Der Vollversammlung des Diözesanrats gehöre ich seit 2010 an. In der vergangenen Amtsperiode von 2014 bis 2018 vertrat ich die Region München im Vorstand. In meiner Pfarrgemeinde Christi Himmelfahrt im Dekanat München-Trudering bringe ich mich als stellvertretende Pfarrgemeinderats(PGR)-Vorsitzende ein.

Welche Entwicklung stellen Sie fest?

Räte und Laien sind selbstbewusster geworden. Die Vollversammlung des ZdK hat mit Ihrer Erklärung „Entschlossenes gemeinsames Handeln, jetzt!“ nachhaltige innerkirchliche Reformen eingefordert. In diesem Prozess ist es auch notwendig, Frauen und Männer in der Kirche gleichzustellen.

Was verbinden Sie mit der nachkonziliaren Zeit?

Brechmann: Eine große Auf bruchsstimmung. Vielleicht verklären wir die Zeit damals: vor 50 Jahren. Und sicherlich gab es auch nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Würzburger Synode unterschiedliche Stimmen und Ängste. Insgesamt aber ist die Kirche gemeinsam und entschlossen den Weg des Auf bruchs und der Reformen gegangen. Gut so!

Welche Themen sollten aktuell durch die Räte bearbeitet werden? Welche Schwerpunkte sehen Sie?

Die Rolle der Räte und Ehrenamtlichen in den neuen Leitungsmodellen gehört zu den zentralen Zukunftsfragen der Kirche. Wie gelingt Koordination und Motivation? Wie kann Gemeinde vor Ort lebendig bleiben?

Woran arbeiten Sie aktuell?

Brechmann: Im Festausschuss des Diözesanrats für das „Fest der Räte“ am 30. März treffen wir gerade die letzten Vorbereitungen und Absprachen. Und im PGR in Christi-Himmelfahrt haben wir zusammen mit der Regionalgeschäftsstelle des Diözesanrats unser Klausurwochenende konzipiert. Ein Team soll wachsen und Arbeitsschwerpunkte für die nächsten Jahre sollen festgelegt werden. Unser langjähriger Pfarrer geht in seinen wohlverdienten Ruhestand.

Wie geht es weiter? An was denken Sie am liebsten zurück?

Brechmann: Auf dem Katholikentag 2018 in Münster konnte ich in der Veranstaltung „Pfarrgemeinderat in der Midlife Crisis! – Welcher Zukunft geht der PGR nach 50 Jahren entgegen?“ als eine der Impulsgeberinnen meine Erfahrungen als Pfarrgemeinderätin und Vorstandsmitglied einbringen. Das Gespräch mit Teilnehmern aus anderen Bistümern zeigte, wie wichtig eine Kirche vor Ort ist. Sowohl das Handeln in der Pfarrgemeinde und im Pfarrverband als auch der notwendige Rückhalt durch einen präsenten und vernetzten Diözesanrat halten die Kirche lebendig.

Warum sind sie froh, jetzt in der Rätearbeit engagiert zu sein und nicht vor 50 Jahren?

Ich lebe gerne im Hier und Jetzt.

(Diözesanrat/Impulsfragen für die Serie zu 50 Jahren Räte)

In dieser Serie berichten anlässlich des 50-jährigen Bestehens der katholischen Rätearbeit jede Woche Ehrenamtliche über ihr Engagement. Am Samstag, 30. März, wird das Jubiläum mit einem großen „Fest der Räte“ in München gefeiert.


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