40 Jahre Wohngruppen Steinhöring Eine Wohnform als Chance für geistig behinderte Menschen

02.11.2017

Der Einrichtungsverbund Steinhöring feiert heuer den 40. Geburtstag seiner Außenwohngruppen. Wie geistig behinderte Menschen dort miteinander leben, lesen Sie hier.

Pfr. Christoph Klingan segnet die neue Außenwohngruppe in Poing © SMB/Greckl

Poing – Vor 40 Jahren ging der Einrichtungsverbund Steinhöring als einer der ersten neue Wege mit dem Konzept seiner Außenwohngruppen. Das Prinzip: Sechs bis acht junge, geistig behinderte Menschen leben in einer Art Wohngemeinschaft zusammen und koordinieren gemeinsam ihren Alltag. Wichtig ist, dass keine ständige Betreuung vor Ort gewährleistet sein muss, eine Rufbereitschaft in der Nacht muss reichen.

Dass das Konzept aufgeht, zeigt die Bilanz: Verteilt über drei Landkreise sind in den 40 Jahren 26 Außenwohngruppen entstanden. Nachbarn, Einkäufer wie jeder andere auch – das sollen die Bewohner der Außenwohngruppen sein.

Neugierige Reaktionen auf die geistig behinderten Nachbarn

Ablehnung schlage ihnen eigentlich nie entgegen, erklärt Gesamtleiterin Gertrud Hanslmeier-Prockl. Es sei eher so, dass die Nachbarn neugierig und interessiert reagierten. Die Kontaktfreudigkeit der AWGler, wie sie die Bewohner nennt, sei sogar eher fördernd für das soziale Miteinander in den Siedlungen. Das neueste Haus ist jetzt in Poing entstanden. Zur Einweihung waren nicht nur die Bewohner und die Leitung vor Ort gekommen. Auch Poings Bürgermeister Albert Hingerl und Ebersbergs Landrat Robert Niedergesäß ließen es sich nicht nehmen dabei zu sein, als Pfarrer Christoph Klingan die neue Außenwohngruppe segnete. Das Besondere an dem neuen Haus: Von Anfang an war klar, dass hier eine Wohnmöglichkeit entsteht, die vom Einrichtungsverbund Steinhöring genutzt werden wird. So konnten ideale Wohn- und Lebensbedingungen für Menschen mit geistiger Behinderung geschaffen werden. Für die Zukunft wünscht sich Hanslmeier-Prockl, dass der Einrichtungsverbund einige größere Häuser für 24 Bewohner mit Rundumbetreuung und mehr 1-Zimmer-Apartments bereitstellen beziehungsweise vermitteln kann, um das Ziel eines weitgehend selbstständigen Lebens inmitten der Gesellschaft für noch mehr geistig behinderte Menschen verwirklichen zu können. (Maria Greckl)


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