Idyllische Mesnerstelle zu vergeben Einsiedler gesucht

21.02.2018

Für die Klause in Kirchwald wird ein neuer Bewohner gesucht. Ein Eigenbrötler soll der Einsiedler aber nicht sein.

Die Klause umfasst neben dem Besucherraum und dem Beichtzimmer ein Wohn- und ein Schlafzimmer sowie Küche, Toilette und Dusche.
Die Klause umfasst neben dem Besucherraum und dem Beichtzimmer ein Wohn- und ein Schlafzimmer sowie Küche, Toilette und Dusche. © Hausner

Nußdorf – Ein ungewöhnliches Stellenangebot war in der vorigen Ausgabe der Münchner Kirchenzeitung zu lesen. Ein „Einsiedler“ oder eine „Einsiedlerin“ wird da gesucht. Dabei handelt es sich keineswegs um einen verspäteten Faschingsscherz, sondern um ein ganz ernsthaftes Gesuch der Kirchenstiftung St. Vitus in Nußdorf am Inn (Dekanat Inntal). Da der bisherige Bewohner der Einsiedelei oberhalb des Ortes, der Benediktinerbruder Clemens Wittmann, zurück ins Kloster Schweiklberg gehe, werde für ihn ein Nachfolger benötigt, der in Kirchwald, so der Name des idyllischen Wallfahrtsorts, wohne und dort den Mesnerdienst verrichte, erklärt Pfarrer Christoph Rudolph.

Geistlicher Mensch statt Eigenbrötler

Ein „bisschen ein geistlicher Mensch“ sollte der neue Eremit – oder die Eremitin – sein, erläutert der Ortspfarrer, allerdings nicht notwendigerweise ein Priester. Zudem offen für die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils, eben eine „idealistisch gesinnte, kirchennahe Person, die Freude an der Begegnung mit Menschen hat“, wie es in der Anzeige heißt. „Ein Eigenbrötler wäre nicht so gut“, unterstreicht Pfarrer Rudolph, schließlich soll der Klausner nicht nur Ansprechpartner für die Pilger sein, die nach Kirchwald kommen, sondern auch den Kontakt zur Pfarrei Nußdorf pflegen und die dortige Mesnerin im Urlaub oder im Krankheitsfall vertreten.

Wer sich für diese Stelle interessiert, kann sich unter 08035/2680 telefonisch an Pfarrer Christoph Rudolph wenden oder schriftlich bei der Kirchenstiftung St. Vitus, Leonardiweg 5, 83131 Nußdorf am Inn, bewerben.

Die Kirche Mariä Heimsuchung in Kirchwald
Die Kirche Mariä Heimsuchung in Kirchwald © Hausner

Der Einsiedler wird daher regulär als Mesner in Teilzeit angestellt und erhält einen Bruttolohn von monatlich etwa 1.500 Euro. Davon geht ein niedriger dreistelliger Betrag für die Miete der Klause ab. Das Gebäude umfasst neben dem Besucherraum und dem Beichtzimmer ein Wohn- und ein Schlafzimmer sowie Küche, Toilette und Dusche. Die Zufahrt mit dem Auto ist möglich und Strom vorhanden, geheizt werden kann ausschließlich mit Holz.

Die Autorin
Karin Hammermaier
Münchner Kirchenzeitung
k.hammermaier@st-michaelsbund.de


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