50 Jahre Räte Engagiertes Mitdenken

20.04.2019

Zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Räte erzählen Gläubige aus dem Erzbistum von ihrem Engagement. Kaplan Michael Maurer verrät, warum die Laienräte auch für ihn als Geistlichen nicht mehr wegzudenken sind.

Michael Maurer ist Kaplan im Pfarrverband Trostberg. © privat

Als Kaplan im Pfarrverband Trostberg bin ich seit vier Jahren in vier Pfarrgemeinderäten (PGR) zugange. Schön ist, dass es sich nicht um eine reine Arbeitsgemeinschaft handelt: Die Pfarrgemeinderäte zeichnen sich bei uns einerseits natürlich durch Informationsaustausch und Planung von pfarrlichen Aktivitäten aus, andererseits sind es aber stets auch schöne Begegnungen. Oft wird über den Glauben, die Zukunft der Kirche und viele unterschiedliche Lebensbereiche gesprochen.

Hilfreiche Wertegemeinschaft

Es handelt sich somit auch um eine Wertegemeinschaft, welche mir selbst hilft, meine Ansichten und Positionen darzulegen und zu hinterfragen – und mich selbst anfragen zu lassen.

Für das Funktionieren des kirchlichen Lebens sind die Pfarrgemeinderäte heute nicht mehr wegzudenken: Unsere Pfarrverbände werden immer größer und dort, wo sie nicht größer werden, erhalten leitende Pfarrer einfach einen zweiten Pfarrverband zur Co-Administration dazu. Nebenbei gestaltet sich das gesellschaftliche Leben komplizierter und schneller. Viele Aktionen und Prozesse geschehen heute deswegen gleichzeitig. Ein Seelsorgeteam, geschweige denn ein einzelner Pfarrer, wären hier heillos überfordert.

Freude an der Arbeit nicht verlieren

Ich bin dankbar für das vielseitige und engagierte Mitdenken und Mithelfen unserer PGRs! Ohne unsere Pfarrgemeinderäte würde das kirchliche Leben noch viel weiter verarmen, wobei jetzt schon vieles nicht mehr leistbar ist.

Mein Wunsch an alle Gremien ist dabei, dass sie die Freude an der Arbeit nicht verlieren! Manchmal muss man einzelne Tätigkeiten und Aktionen aufgeben – es findet sich aber immer auch etwas Neues. Verlieren Sie die Lust nicht am Ausprobieren!

Oft im Verborgenen tätig

Bei mir konkret in der Schwarzau gibt es durch das Engagement des PGR einzelne Veranstaltungen, die das kirchliche Leben bereichern und das Profil des PGR schärfen: so zum Beispiel ein alljährlich stattfindendes Kinderfest, einen Ehejubiläumsgottesdienst, einen Adventsmarkt, einen Kinderfasching und in der Fastenzeit einen Stationenweg, der zum Innehalten einlädt. Ohne das Engagement und die Freude des Schwarzauer PGR am Werkeln wären diese wichtigen und schönen Ereignisse nicht möglich.

Ich möchte abschließend meinen herzlichen und tiefen Dank all denen aussprechen, die sich in den Gremien engagieren! Möge Ihnen Gott vergelten, was Sie in Ihrem treuen Dienst für viele Menschen schon vollbracht haben – meist, ohne dass jene diesen Dienst bewusst wahrnehmen.

In dieser Serie berichten anlässlich des 50-jährigen Bestehens der katholischen Rätearbeit jede Woche Ehrenamtliche über ihr Engagement.


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