Charlotte Knobloch zum Syrien-Konflikt Entwicklung in Syrien ist "verstörend"

04.09.2013

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München-Oberbayern wirft dem Westen vor, bei Syrien zu lange tatenlos zuszuschauen. Dies könne zu einem "ungeahnten Bedrohungszenario" für den gesamten Nahen Osten führen.

Charlotte Knobloch (Bild: Sankt Michaelsbund)

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München-Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat die Entwicklung in Syrien als "verstörend" bezeichnet. Der Staatsterror sei nicht nur für die direkt betroffenen Menschen eine tödlichen Gefahr, sagte Knobloch am Mittwoch in München. Dem Westen warf sie vor, trotz aller menschen- und völkerrechtlichen Postulate viel zu lange tatenlos zuzusehen. Alle hasserfüllten Ideologen beobachteten genau, wie weit sie folgenlos gehen könnten, ehe die demokratische Staatengemeinschaft offenem Zivilisationsbruch und Massenmord mit der notwendigen Konsequenz begegne.

Nach Ansicht Knoblochs kann die Lähmung der führenden westlichen Akteure dies- und jenseits des Atlantiks zu einem "ungeahnten Bedrohungsszenario" führen. Das gelte für den gesamten Nahen Osten, besonders für Israel. Letztlich sei davon aber auch der Westen selbst betroffen, der den Anschein vermittle, den Diktatoren der Unfreiheit nur "stumpfe verbale Waffen" entgegenzusetzen.

Der "Arabische Frühling" scheine vorerst gescheitert zu sein, bedauerte die Präsidentin. Er habe sich geradezu in ein zerstörerisches Gefahrenpotenzial verwandelt. Die international agierenden Terrororganisationen würden neu bestärkt. Sie richteten sich gegen die gesamte aufgeklärte, zivilisierte Welt. Knobloch warnte davor, den Islamismus ähnlich wie den Rechtsextremismus zu unterschätzen. "Die Gefahr ist real." Dabei erinnerte sie an den Anschlag beim Boston Marathon und an die verhinderten Bombenattentate in Deutschland. (kna)


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