Architekturwettbewerb für den Freisinger Domberg Epochales Bauvorhaben in Bayern

10.02.2017

Der Freisinger Domberg soll ein neues Gesicht bekommen. Dafür hat die Erzdiözese einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben, der nun entschieden ist.

Modell des Siegerentwurfs für das Kardinal-Döpfner-Haus auf dem Freisinger Domberg © SMB

Freising - Zwei schlanke, hochragende Gebäude, die an mittelalterliche Kirchen erinnern und dazwischen ein Verbindungsbau aus Glas. So sieht er aus, der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs für das Kardinal-Döpfner Haus auf dem Freisinger Domberg. Eingereicht hat ihn eines der bekanntesten deutschen Architekturbüros: Gerkan, Marg und Partner, kurz gmp. In München fahren Tag für Tag Tausende am Europäischen Patentamt vorbei, das von ihm entworfen wurde. Aber auch in China, Brasilien oder Südafrika hat gmp schon gebaut. Nun soll das Büro in Freising zum Zug kommen. Der 30-köpfigen Jury des Wettbewerbs wurden alle 14 eingereichten Entwürfe anonym vorgelegt, berichtet der Jury-Vorsitzende Lutz Heese, und sie habe sich einstimmig für gmp entschieden. Bei der Vorstellung am Freitag schwärmte er von einem „epochalen Bauvorhaben der komplexesten Art nicht nur in Erzdiözese, sondern in ganz Bayern“. Der Entwurf schaffe Neues, respektiere aber gleichzeitig das Alte.

Bau soll Audruck einer Idee sein

gmp will das aus den 1960er Jahren stammende Kardinal-Döpfner-Haus abreißen und den Neubau harmonisch in die historische Architektur der ehemaligen bischöflichen Residenz einfügen. Er soll, wie das jetzige Haus, das Zentrum der Erwachsenenbildung im Erzbistum München und Freising mit einem Übernachtungsbetrieb sein. Darum ist Generalvikar Prälat Peter Beer zufrieden mit dem Jury-Urteil. Denn das neue Gebäude drücke die Idee aus, für die der Freisinger Domberg steht: „Kirche ist ein Ort der Begegnung, an dem Menschen zusammen kommen, sich weiterbilden, gemeinsam diskutieren und auch über die Zukunft nachdenken.“ Allerdings gibt der Siegerentwurf „zunächst nur eine Richtung vor“, schränkte der Generalvikar ein. Noch sind technische Fragen zur Umsetzbarkeit zu klären. Außerdem will die Erzdiözese die Ergebnisse einer Publikumsumfrage einbeziehen, die auch zwei Entwürfe präsentiert, die von der Jury jeweils einen dritten Preis zugesprochen erhielten.

Kostenrahmen: 53 Millionen Euro

Von den Kosten unterscheiden sie sich nicht von einander, so Finanzdirektor Reif. Die Architekturbüros mussten von einem Finanzrahmen von 53 Millionen Euro ausgehen. Der Siegerentwurf von gmp sei sogar darunter geblieben. In drei Monaten etwa soll die Entscheidung gefallen sein, ob und wie er ausgeführt wird.
Der Jury-Vorsitzende Lutz Heese ist da sehr zuversichtlich. Die Lösung sei überzeugend, auch wenn etwa der barrierefreien Umbau des historischen Renaissance-Gangs stark in die Bausubstanz eingreift oder Zufahrtswege für die Küchenbelieferung und die Gestaltung der Seminar- und Vortragsräume noch nicht geklärt seien. Und auch zeitlich gibt er eine er optimistische Prognose ab: „Das neue Kardinal-Döpfner-Haus in Freising wird schneller fertig als der neue Konzertsaal in München“, sagt er schmunzelnd. Bis 2021 könnte es seiner Meinung fertig sein. Eine sportliche Einschätzung: Schließlich soll vorher der Umbau des benachbarten Diözesanmuseums abgeschlossen sein und der Domberg ist eine schwierige Baustelle. Schon allein die engen Zufahrten stellen ein großes Problem dar. Die Erzdiözese als Bauherr hält sich deswegen zurück, einen Baubeginn oder gar ein Bauende zu nennen. (Alois Bierl)

Von Samstag, 11. Februar, bis Sonntag, 26. Februar, können Pläne und Visualisierungen zu allen Entwürfen im Kardinal-Döpfner-Haus besichtigt und ein Fragebogen zu den drei Erstplatzierten ausgefüllt werden. Auch online können Sie an der Umfrage teilnehmen. Den Fragebogen finden Sie auf der Homepage des Dombergs.

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