Literatur Erfolgreich! Poetry Slam zum Thema „Was glaubst du?“

27.01.2017

Acht Slammer gaben vielfältige Antworten auf die Frage „Was glaubst du?“. Das Publikum konnte per Applaus über die besten Texte entscheiden. Am Ende gab es eine Überraschung.

Über 200 Menschen sind zum Poetry Slam in das Café Kunsthalle gekommen.
Über 200 Menschen sind zum Poetry Slam in das Café Kunsthalle gekommen. © Kiderle

München – Das Café Kunsthalle lag in einem roten Licht, alle Tische und Stühle waren besetzt, selbst auf dem Boden und den Treppen saßen Zuschauer und ein DJ legte auf: Über 200 Menschen sind zum Poetry Slam gekommen, den die Kunsthalle München zusammen mit dem Sankt Michaelsbund veranstaltet hat. Acht Slammer gaben Antworten auf die Frage „Was glaubst du?“ . Unter ihnen auch Kerstin Neuhaus. Die 26-Jährige war die Nachwuchs-Slammerin an dem Abend. Sie hat sich über einen Wettbewerb des Sankt Michaelsbundes einen Startplatz gesichert. Über den Tag hinweg war sie aufgeregt und ist Ihren Text auch noch einige Mal auf dem Weg zum Slam durchgegangen. Doch als sie dann in der Kunsthalle München ankam, sei die Aufregung weniger geworden, erzählt sie im Interview. Mit Ihrem Text „Entenherz“ musste sie die gebürtige Baden-Württembergerin hinter den Profi-Slammern nicht verstecken. In dem geht es um einen Menschen, der überfordert ist und der sich die Frage stellt, ob es einen Gott gibt, obwohl viel Leid in der Welt herrscht. Die Antwort der gläubigen Christin: Ja, den gibt es. Kerstin Neuhaus hat 2015 schon an einigen Poetry Slams teilgenommen, dann aber pausiert. Nach dem Abend könnte Sie sich vorstellen, es wieder öfter zu machen, sagt sie im Interview mk online.

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Kerstin Neuhaus liest "Entenherz"

Kerstin Neuhaus hat ihren Startplatz bei einem Wettbewerb des Sankt Michaelsbundes gewonnen.
Kerstin Neuhaus hat ihren Startplatz bei einem Wettbewerb des Sankt Michaelsbundes gewonnen. © Kiderle

Der Slam hat zwei Gewinner

Bei einem Poetry Slam bestimmt das Publikum per Applaus den Sieger. So sollte es auch an diesem Abend sein: Das Publikum applaudierte für die Finalisten, doch es ließ sich kein Gewinner ausmachen. So gab es am Ende Zwei auf dem Siegertreppchen:Kaleb Erdmann und Dominik Erhard. Da das bei Poetry Slams öfter passiert, war auch keiner der Beiden enttäuscht. Sie seien alle Freunde und es gebe keine Hassgefühle untereinander, betont Dominik Erhard. Der Sohn eines Pfarrers findet zwar die Riten in der Kirche „tröstlich und gut, doch einen tieferen Glauben habe ich nicht.“ In seinem Text, den er selbst als „absurd und konfus“ beschreibt, ging es um Religionskritik.

Kaleb Erdmann hat seinem Text thematisiert, dass man jeden Glauben hinterfragen muss – „egal ob es ein religiöser Glaube sei oder eine Annahme, die man tätigt“. Die anderen Slammer sprachen beispielsweise über die Liebe zu seinem Kind oder die Reaktionen, wenn man sagt, dass man gläubig ist. Die meisten Texte waren sehr persönlich. Diese Offenheit in den Texten hat einem Zuschauer besonders gut gefallen: „Man habe sich, mit den Slammern teilweise identifizieren könnten“. Eine andere Zuschauerin sagt, Sie habe viele neue Denkanstöße bekommen.

Es war bereits das zweite Mal, dass die Kunsthalle München zusammen mit dem Sankt Michaelsbund einen Poetry Slam organisiert. Die aktuelle Ausstellung „Spaniens Goldenes Zeitalter“ ist noch bis zum 26. März 2017 zu sehen. Zur damaligen Zeit nutzte die katholische Kirche Gemälde und Skulpturen für ihre gegenreformatorischen Bestrebungen: Religiöse Darstellungen dienten dazu, die Bevölkerung zum wahren Glauben zu führen. (Katharina Sichla)


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